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Akustische Störer halten Delfine nicht von Fischfarmen ab


Die Großen Tümmler, die im Golfo Aranci (im Nord-Osten Sardiniens) ortsansässig sind, lassen sich durch akustische Störer (sogenannte Acoustic Harassment Devices – AHDs) nicht von einer Fischfarm vertreiben.

Susanne Gugeler

Bruno lässt mich Delfin-Laute lauschen.

Offenbar 700 Kilogramm Zuchtfisch sterben jährlich an Stress, beklagt sich Signor Clemente, der Geschäftsführer der Fischfarm. Der Stress entstünde durch die Delfine, die sich vor den Unterwassergehegen tummeln und die Zuchtfische zu Tode erschreckten. Die Delfine haben es auf Raubfische abgesehen, die sich ebenfalls vor den Gehegen einfinden und dort die Futter-Pellets aufsammeln, die durch die Maschen ins Meer gelangen.

Die Delfinforschungsstation “Bottlenose Dolphin Research Institute” hat ihren Sitz in Golfo Aranci und untersuchte in knapp 100 Stunden das Verhalten von Großen Tümmlern in diesem Gebiet in Bezug auf von Fischern eingesetzte AHDs. Der Forschungsleiter Bruno Diaz Lopez und seine Mitarbeiter kamen zu dem Schluss, dass sich die Delfine nicht von den akustischen Störern abwimmeln lassen. Das Futterangebot an den Fischfarmen sei einfach zu verlockend für sie.

Da Delfine auch gerne Fische aus Netzen stibitzen und sich oft in den Maschen verheddern, bieten die AHDs offenbar auch keinen Schutz für sie, da die akustischen Störer von den Meeressäugern schlichtweg ignoriert werden.

Die Arbeit von Bruno Diaz Lopez findest du hier: A trial of acoustic harassment device efficacy on free-ranging bottlenose dolphins in Sardinia, Italy

Lesetipp: Besuch im Delfin-Forschungsinstitut auf Sardinien

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