Newsletter 5/2016


Die beiden Großen Tümmler Selfie und Delfie haben inzwischen deutschen Meeresboden verlassen und sind weiter nach Norden gezogen. Auch in Dänemark gibt es viele begeisterte Menschen, die nun im sozialen Netzwerk Fotos und Filme von den beiden berühmten Delfinen posten.

Zwar haben uns die beiden Publikumslieblinge den Rücken gekehrt, dafür wagen sich ihre kleineren Verwandten – die Schweinswale – sogar bis in den Hamburger Hafen. Auch das ist eine Sensation!

Schweinswaltag

Am vergangenen Sonntag ist der Internationale Tag des Ostsee-Schweinswals begangen worden. Er findet jedes Jahr am dritten Mai-Sonntag statt und soll an die Bedrohungen erinnern, denen die kleinen Wale ausgesetzt sind.

Beluga (Foto: Ulrike Germeshausen ((†)

Beluga (Foto: Ulrike Germeshausen ((†)

Vor 50 Jahren: ein Beluga im Rhein

Aber auch in längst vergangenen Zeiten gab es Sensationsmeldungen, was ungewöhnliche Wal-Besuche angeht.

Morgen ist es 50 Jahre her, dass im Rhein bei Duisburg ein Beluga gesichtet wurde.

Wie man sich gut vorstellen kann, war die Aufregung sehr groß (noch größer als bei den beiden Großen Tümmlern, die in der Ostsee beobachtet werden). Schließlich handelte es sich um ein etwa vier Meter langes Tier, das man nicht so einfach übersehen konnte.

Doch etwa einen Monat später war der Wal nicht mehr zu sehen. Er wurde noch einmal in Holland im Ijsselmeer beobachtet, doch dann war er endgültig verschwunden. Ob er im Rhein gestorben ist oder ob er wieder zurück an den Pol gefunden hat, weiß man nicht. Er tauchte jedenfalls nie wieder auf.

Es stellte sich heraus, dass der Wal ursprünglich in einen englischen Zoo gebracht werden sollte. Das Transportschiff kenterte jedoch beinahe bei einem Orkan, sodass der Wal kurz vor Erreichen der englischen Küste offenbar in die Nordsee gespült wurde. Von dort aus gelangte er über den Hafen von Rotterdam in den Rhein.

Gibt es einen Lieblingsdelfin?

In der Sarasota Bay (Florida) leben ca. 160 ortstreue Große Tümmler. Diese Tiere sind sehr gut erforscht und ihr gesundheitlicher Zustand wird oft als Vergleich herangezogen, wenn es darum geht, von Umweltschäden beeinträchtigte Delfine, die z.B. in mit Öl verseuchten Gebieten leben (Stichwort „Deepwater Horizon“), zu untersuchen.

Nicklo ganz links (Photo by Sarasota Dolphin Research Program, taken under National Marine Fisheries Service Scientific Research Permit)

Nicklo ganz links (Photo by Sarasota Dolphin Research Program, taken under National Marine Fisheries Service Scientific Research Permit)

Im aktuellen MEERESAKROBATEN-Beitrag habe ich ein paar Fragen zusammengestellt, die oft von Delfin-Freunden gestellt werden. Dazu gibt es die Antworten von der Forschergruppe des Sarasota Dolphin Research Program (SDRP). Du findest den Artikel unter dem Titel Gibt es einen Lieblingsdelfin?

Viele tote Delfin-Babys im Deepwater-Horizon-Gebiet

Im Vergleich zu den Sarasota-Delfinen geht es den Großen Tümmlern im Golf von Mexiko schlecht. Im April hat sich das Deepwater-Horizon-Unglück zum sechsten Mal gejährt. Es gab in diesem Gebiet viele tote Delfin-Babys, bei denen eine unterentwickelte Lunge festgestellt wurde. Mehr dazu unter Viele tote Delfin-Babys nach Ölpest.

Nun wünsche ich euch noch einen schönen Mai, auch wenn sich das Wetter gerade eher winterlich als frühlingsmäßig gebärdet.

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