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Einheimische gegen Delfin-Tötung


Die Färöer Inseln sind dafür bekannt, dass dort Jahr für Jahr Hunderte von Grindwalen abgeschlachtet werden. Manchmal befinden sich unter den Opfern auch Weißseitendelfine.

Weißseitendelfin
(Illustration: Jörg Mazur)

Einheimische gegen Jagd auf Delfine

Doch das Töten von über 200 Delfinen am 11. September in Hvalvík hat sogar die Einheimischen in Aufruhr gebracht. Sie sind zwar dafür, Grindwale zu fangen, da dies aus ihrer Sicht zur Tradition gehöre. Doch die Jagd auf Weißseitendelfine können 60 Prozent der 2716 Menschen, die sich an einer Online-Umfrage beteiligten, nicht für gut heißen.

Sogar die Politiker Kaj Leo Holm Johannesen und Bjørt Samuelsen lehnten den Fang von Delfinen ab. Die Gründe für die Ablehnung sind jedoch unterschiedlich.

Politiker befürchtet Prestigeverlust

Johannesen befürchtet einen Prestigeverlust, wenn man Delfine tötet. Delfine seien bei Kindern sehr beliebt – genauso wie beispielsweise Pandas. Und diese Kinder würden den auf den Färöer Inseln gefangenen Fisch konsumieren. Es könnte Exporteinbußen geben, weil Kinder den Kauf der Eltern beeinflussen.

Frau Samuelsen sieht gar eklatante Verstöße gegen den Tierschutz und will, dass die Färinger in der Welt nicht als barbarisches Volk dastehen.

Biologe Bjarni Mikkelsen bezweifelt, dass die Jagd auf Weißseitendelfine nachhaltig ist, da man die Bestandszahlen nicht genau kenne.

In den letzten 20 Jahren wurden auf den Färöer Inseln pro Jahr 200 bis 300 Weißseitendelfine getötet.
(Quellen: White-sided dolphin hunting may not be sustainable und Majority of Faroe Islanders oppose practice of dolphin hunting)

Lesetipp

SOS – Färöer Inseln

Ein Kommentar

  1. Der entscheidende Aussage ist wohl „Delfine sind bei Kindern sehr beliebt“. Denn die Kinder, die heute Delfine lieben werden diese Tiere morgen schützen. Deshalb ist es ja für den Schutz der Meeressäuger so wichtig, dass die Leute – insbesondere Kinder und Jugendliche – ein positives Bild gegenüber den Tieren aufbauen. Sei es durch Whale-watching-Touren oder eben auch durch die Begegnung und „Infotainment“ in gut geführten Zoos

    geschrieben von Oliver

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