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Militärmanöver und Schnabelwale


Nördliche Entenwale gehören zu den Schnabelwalen.

Nördlicher Entenwal
(Briefmarke aus Island, Iceland Post Postphil)

Diese Gattung ist dafür bekannt, dass sie recht tief und lange tauchen kann (siehe als Beispiel den Rekordhalter im Tiefseetauchen: Cuvier-Schnabelwal).

Schnabelwale stranden wegen Unterwasserlärm

Wenn Schnabelwale durch Lärm gestört werden, tauchen sie mitunter zu rasch auf. Ihr Körper kann sich dann nicht so schnell an die veränderten Bedingungen, die an der Wasseroberfläche (weniger Druck usw.) herrschen, anpassen.

Manche Tiere leiden an Stickstoffübersättigung und an Schäden, die durch Gasbläschen in Blutgefäßen und lebenswichtigen Organen entstanden sind. Wenn sie stranden, kommt meist jede Hilfe zu spät.

Geplantes Militärmanöver

Um dies zu verhindern, haben nun offenbar britische Tierschützer drei Nördliche Entenwale aus einer Meeresbucht an der Westküste Schottlands vertrieben, um sie vor einem geplanten Militärmanöver zu schützen.

Die Tiere hatten sich in der Nähe des Marinestützpunktes Faslane, dem Sitz der britischen Atom-U-Boot-Flotte, aufgehalten. Dort soll ab kommender Woche das Militärmanöver „Joint Warrior“ durchgeführt werden. Tausende britische und Nato-Soldaten werden daran teilnehmen.

Auch das britische Verteidigungsministerium war an der „Verscheuchungsaktion“ beteiligt.
(Quelle: n-tv.de)

Erkennungsmerkmale

Zu erkennen sind Schnabelwale an der auffällig weit hinten sitzenden Rückenflosse. Der spitzen schnabelartigen Schnauze haben sie ihren Namen zu verdanken.

Nördliche Entenwale können fast zehn Meter groß und siebeneinhalb Tonnen schwer werden. Sie leben in tiefen, kalten und gemäßigten Gewässern des Nordatlantiks und der Arktis.

80 bis 90 Prozent ihrer Zeit verbringen die Schnabelwale unter Wasser. Obwohl man nicht sehr viel über ihren Lebenswandel weiß, stellen sie neben den Delfinen die zweitgrößte Walfamilie dar. Biologen unterscheiden 22 Arten.

Nördlicher Entenwal im Natureum/Niederelbe (Foto: Ingo Voß)

Schwere Knochen

Wegen ihrer schweren und robusten Knochen können die Tiere dem Druck in der Tiefsee besser standhalten.

Außerdem verfügen die Schnabelwale über einen hohen Gehalt an Hämoglobin (rotem Blutfarbstoff) und Myoglobin (Muskelprotein). Beide sind für den Transport und die Speicherung von Sauerstoff verantwortlich.

Dann kommt noch dazu, dass Schnabelwale keine luftgefüllten Hohlräume im Körper haben. So nimmt ihr Gewebe beim Tauchen keinen Schaden.

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