Zu den zwölf Großen Tümmlern in Antibes gibt es Neuigkeiten.
Wie ich vor einiger Zeit berichtet habe, wurde das Marineland im südfranzösischen Antibes geschlossen. Seitdem kümmern sich einige Pfleger um die Tiere (unter denen sich auch zwei Orcas befinden).
Grünes Licht von französischen Regierung
Verschiedene Optionen standen zur Diskussion, wo die Delfine untergebracht werden können – u.a. in spanischen Einrichtungen.
Offenbar hat die französische Regierung jetzt grünes Licht für den Bau eines neuen Delfinariums im Zoo Beauval gegeben, wie der Geschäftsführer Rodolphe Delord auf der Website des Tierparks mitteilt.
23 Delfine bekommen neue Heimat
Dort sollen sowohl elf Große Tümmler aus dem Park Planète Sauvage (bei Nantes/Frankreich) als auch die zwölf Delfine vom Marineland unterkommen.
Die Eröffnung ist im März/April 2027 geplant.
Forschung und Schutz
Mit einer Kapazität von 20 bis 30 Delfinen will das Centre d’Études, de Recherche Scientifique et de Sauvegarde pour Dauphins (CERSSD) diesen Tieren ein außergewöhnliches Lebensumfeld bieten, das – laut Rodolphe Delord – bis ins kleinste Detail auf ihr Wohlbefinden ausgerichtet ist.
Die Anlage soll aus sieben Becken bestehen. Dazu kommen drei weitläufige, landschaftlich gestaltete Lagunen.
Über 30.000 Kubikmeter künstliches Meerwasser, Strände, Felsen, Wellen und natürliche Strömungen sollen eine Umgebung schaffen, die dem natürlichen Lebensraum der Delfine sehr nahe kommt.
Bildungsräume
Innovative Bildungsräume werden es der Öffentlichkeit auch ermöglichen, die Herausforderungen des Walschutzes besser zu verstehen: Unterwasser-Sichtfenster, Beobachtungsräume und Bildungsprogramme werden ein immersives und informatives Erlebnis bieten.
Europäisches Erhaltungszuchtprogramm
Die Tiere des CERSSD werden in das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) integriert, das von Experten der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA) geleitet wird, um ein wissenschaftliches und kooperatives Management der Population zu gewährleisten.
Auch Sea Shepherd ist beteiligt
Lamya Essemlali, Präsidentin des französischen Sea-Shepherd-Verbandes, erklärte: „Der von Beauval vorgeschlagene Lösungsansatz erlaubt es, dass die Tiere in Frankreich unter französischer Gerichtsbarkeit bleiben. Wir beabsichtigen heute, gemeinsam mit Beauval und der Regierung eine Ethikcharta zu erarbeiten, die absolute Einigkeit darüber gewährleistet, wie alles ablaufen wird.“
Vorgeschlagene Schwerpunkte
Ausbildung: Ein praktisches Ausbildungszentrum für zukünftige Fachkräfte im Meeresschutz (Studierende, Tierärzte und Naturschutzgebietsleiter).
Notfälle: Eine Struktur zur Reaktion auf Strandungen und die Einrichtung temporärer Pflegeeinrichtungen vor Ort für Wale und Delfine in Not.
Überwachung wildlebender Populationen: Implementierung und Koordination eines akustischen Überwachungsprogramms auf See zur kontinuierlichen Erfassung des Status wildlebender Delfin- und Schweinswalpopulationen.
Gefahrenminderung: Forschung zu Lösungen zur Verringerung des Beifangs in Fischernetzen, der Haupttodesursache von Walen und Delfinen in Frankreich.
Physiologie und Gesundheit: Studien zum Stoffwechsel, zur Immunität und zur Widerstandsfähigkeit von Walen und Delfinen gegenüber Umweltveränderungen.
(Quelle: ZooParc Beauval)
Lesetipps
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