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Schweinswalschutz in der Ostsee


Um wirkungsvolle Schutzmaßnahmen für die stark gefährdeten Schweinswale der Ostsee entwickeln zu können, haben sich 14 Partner aus Deutschland, Dänemark, Schweden, Polen, Estland, Finnland und Litauen zusammengeschlossen.

Schweinswal
(Foto: Lana Tannir/Fjord & Bælt)

Fünf Jahre lang werden sie unter der Leitung des Deutschen Meeresmuseums (Stralsund) wissenschaftliche Daten zur Populationsstruktur, Bedrohung und Lebensraumqualität der Schweinswale auswerten. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) koordiniert das Projekt.

Einzige heimische Walart in der Ostsee

Der Schweinswal ist die einzige heimische Walart in der Ostsee mit zwei getrennten Populationen.

Die Population der zentralen Ostsee umfasst nur noch wenige hundert Individuen und ist akut vom Aussterben bedroht. Auch die Population der Beltsee ist rückläufig und deshalb von der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN) als gefährdet gelistet.

„Beide Populationen sind von Menschen verursachten Bedrohungen ausgesetzt. Bisher wurden jedoch nur begrenzte Schutzmaßnahmen ergriffen“, gibt Dr. Judith Denkinger, Projektleiterin vom Deutschen Meeresmuseum, zu bedenken. „Deshalb möchten wir die Grundlagen für ein wirksames Artenschutzmanagement schaffen.“

Forschungsfragen führen zu Schutzmaßnahmen

Im Forschungsprojekt CUMBIAH (Conservation Union for Management of the Baltic Harbour Porpoise Populations and Their Habitat = Union für das Schutzmanagement der Schweinswalpopulationen in der Ostsee und ihrer Lebensräume) wird vielfältigen Forschungsfragen nachgegangen, um notwendige, effiziente Schutzmaßnahmen zu entwickeln, die von den Partnerländern auf den Weg gebracht werden sollen: Insbesondere die Auswertung neuester Erhebungen und Berechnungen der Vorkommensdichte und Verbreitung werden Aussagen über aktuelle Populationszahlen und -trends ermöglichen.

Kalbungszeiten und Beutefischarten ermitteln

Eine neu entwickelte Methode zur akustischen Identifizierung von Schweinswalkälbern soll helfen, die Kalbungszeiten und Aufzuchtgebiete zu ermitteln.

Umwelt-DNA-Proben (eDNA) werden ausgewertet, um die Qualität der Lebensräume und das Vorkommen von Beutefischarten zu beurteilen.

Ermittlung des allgemeinen Zustands

Totfundmonitoring, das in Deutschland und den Partnerländern durchgeführt wird, und die Obduktionen der toten Tiere liefern wichtige Erkenntnisse zum allgemeinen Zustand der Schweinswale, wie Alter, Ernährungszustand, Geschlecht, Fortpflanzungsstatus, Krankheiten und Todesursachen.

Genetische Daten

Des Weiteren werden die Individuen genetisch ihrer Ursprungspopulation zugeordnet und auf genetische Vielfalt hin untersucht. Die genetischen Daten ermöglichen es, die Populationsgrößen und -trends abzuschätzen.

Beifang und Unterwasserlärm

Informationen über Fischereiaktivität und -intensität geben Aufschluss über das Beifang-Risiko.

Messungen von Unterwasserlärm durch Bauvorhaben oder seismische Untersuchungen werden in die Analyse aufgenommen, um im Vergleich zur Schweinswaldichte und -verbreitung besonders schützenswerte Gebiete zu identifizieren.

Gefördert durch Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aus Mitteln der Meeresnaturschutzkomponente nach dem Windenergie-auf-See-Gesetz.
(Quelle: Deutsches Meeresmuseum)

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