Am 17. Januar 2026 trat das Hochseeschutzabkommen in Kraft.
Damit hat sich die internationale Gemeinschaft erstmals auf einen umfassenden globalen Rechtsrahmen geeinigt, der die marine Biodiversität außerhalb nationaler Hoheitsbefugnisse schützen soll.
Diese Gebiete machen etwa zwei Drittel der Weltmeere aus und bedecken fast die Hälfte der Erdoberfläche.
Fast zwei Jahrzehnte lang wurde verhandelt
Das Abkommen ist das Ergebnis von fast zwei Jahrzehnten der Verhandlungen und des Einsatzes von Regierungen, Wissenschaftlern, Wissenschaftlerinnen und Umweltverbänden aus aller Welt.
Dreifache planetare Krise
Mit dem Fortschreiten der dreifachen planetaren Krise aus Klimawandel, Artensterben und Umweltverschmutzung ist ein gesunder Ozean, der CO2 und Wärme aus der Atmosphäre aufnehmen, die Wettersysteme regulieren und zum Lebensunterhalt von Milliarden Menschen beitragen kann, umso wichtiger.
Rettungsanker für Biodiversität der Meere
Das Hochseeschutzabkommen kann zum Rettungsanker für die Biodiversität der Meere werden. Es gibt der internationalen Gemeinschaft ein rechtsverbindliches Instrument an die Hand, das Leben im Meer zu schützen, indem Meeresschutzgebiete eingerichtet und vor der Genehmigung von Eingriffen Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt werden.
145 Unterzeichnerstaaten
Bisher sind 81 Länder offiziell dem Hochseeschutzabkommen beigetreten (145 Unterzeichnerstaaten). Dies ist ein ermutigender Anfang, der das rasche Inkrafttreten des Abkommens ermöglichte.
Manche Länder müssen noch an Bord kommen
Manche wichtige Akteure im Bereich der Meerespolitik müssen jedoch erst noch an Bord kommen, darunter die USA, die das Übereinkommen unterzeichnet haben, aber noch nicht offiziell beigetreten sind, und die Russische Föderation, die bisher weder unterzeichnet hat noch beigetreten ist.
„Jetzt, in der Phase der Umsetzung, ist es für den Erfolg des Abkommens umso wichtiger, dass jene Staaten, die noch nicht offiziell beigetreten sind, dies rasch tun, darunter EU-Mitgliedstaaten wie Deutschland und Österreich, sowie andere wichtige Länder wie die Schweiz. Ihre Teilnahme wird nicht nur das politische Gewicht erhöhen, sondern auch multilaterale Führungsstärke und Glaubwürdigkeit in einer Zeit demonstrieren, in der Multilateralismus zunehmend unter Druck steht“, erklärt Fabienne McLellan – Geschäftsführerin von OceanCare.
Auch Deutschland ratifiziert Abkommen
Laut Deutsche Stiftung Meeresschutz hat die Bundesregierung am 3. Dezember 2025 mit reichlich Verspätung beschlossen, das Hochseeschutzabkommen zu ratifizieren.
(Quelle: Pressemitteilungen von OceanCare und Deutsche Stiftung Meeresschutz)

