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Ist das „Experiment Buckelwal“ geglückt?


Ist Hope (Timmy) nun gerettet oder nur ins Meer entlassen worden?

Blasender Buckelwal
(Symbolfoto: Stephanie und Detlef Müller)

Der vier bis sechs Jahre alte Buckelwalbulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den etwa 60 Tagen, bis er abtransportiert wurde, lag er rund zwei Drittel der Zeit in Flachwasserzonen. Zuletzt befand er sich 29 Tage lang vor der Insel Poel.

Drei verschiedene Lager

Die Beobachter (darunter auch seriöse und selbsternannte Experten) stellten sich die Frage, wie mit dem Wal zu verfahren sei.

Die einen waren dafür, den vier bis sechs Jahre alten Buckelwalbullen (irgendwie) zu töten (oder zu euthanisieren, wie es abgemildert heißt), die anderen meinten, man solle der Natur ihren Lauf lassen und ihn in seinem eigenen Tempo sterben lassen.

Und dann gibt es noch die Unermüdlichen, deren kostspieliges Projekt „Rettet Hope!“ den Buckelwal in die Nordsee überführten, wo er von einer abgesenkten Barge ins Meer rutschte.

Sender funktioniert nicht

Man weiß nicht, wie das Unternehmen ausgegangen ist. Offenbar gibt ein an der Finne des Wals angebrachter Tracker keine bzw. keine zuverlässigen Signale. Also kann man seinen Weg nicht weiterverfolgen. Vielleicht ist das auch gut so. Zumindest ist er in seinen natürlichen Lebensraum überführt worden.

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt

Ein Ende wird die Geschichte allerdings noch nicht haben. Viel zu wissbegierig sind alle Menschen, die mit der „Mission Hope“ mitgefiebert haben. Auf jeden Fall wird es so oder so jede Menge Neun-mal-kluge-Rufe geben in der Form von „Hab ich doch gleich gesagt …“

In Dänemark bekäme Hope keine Chance

Insgesamt war es ein Experiment, denn noch niemals wurde solch eine Rettungsaktion durchgeführt. Die dänische Regierung signalisierte bereits, dass sie keine Rettungsversuche unternehmen würde, wenn Hope in ihren Gewässern erneut stranden würde.

Der Schutz der Meere ist wieder Gesprächsthema

Ein erwiesenermaßen Gutes hat Hopes Geschichte. Kaum wurde so oft über die Beeinträchtigung der Ostsee und anderer Meere berichtet. Ob es zu einem Umdenken hilft, bleibt abzuwarten. Zum Umdenken würde gehören: weniger Stellnetze einsetzen, Geisternetze bergen, Lärm im Meer reduzieren, Überfischung und Verschmutzung vermeiden, Tempolimit für Container- und andere Schiffe, weniger Plastikmüll verursachen usw. usw.

Schauen wir mal, was sich tut. Aber wahrscheinlich werden wir bald schon wieder abgelenkt sein vom Schicksal eines anderen Tier-Individuums – das Sommerloch ist ja nicht mehr so weit entfernt.

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