Gestern haben etwa 50 Nichtregierungsorganisationen in Genf gegen die “Massaker an Walen und Delfinen” protestiert (siehe dazu auch MA-News vom 18. Februar und 14. Januar 2010). Grund: Rund 2.000 Wale und 20.000 Delfine werden jährlich von Fischern aus Japan, Norwegen, Island, Grönland und von den Faröer-Inseln getötet.

(Foto:The Vibe)
Die Tierschützer versammelten sich im Centre International de Confèrences zu einem “öffentlichen Prozess” vor dem auf Initiative des Naturschützers Franz Weber gegründeten internationalen Gerichtshof für Tierrechte.
“Dieses Problem ist schwerwiegend: Nicht nur die Spezies ist gefährdet. Die Tiere müssen bei den Massakern auch schlimme Qualen erleiden”, sagte Philippe Roch, der ehemalige Direktor des Bundesamts für Umwelt (1992-2005). Er nahm als Experte an der Debatte teil.
“Ich hoffe, dass das Urteil des Gerichtshofs Wirkung zeigt, aber ich befürchte, dass die angeklagten Staaten das Verdikt ignorieren werden”, sagte der ebenfalls anwesende Delfin-Schützer Richard O’Barry.
Seine Befürchtungen dürften nicht ganz unbegründet sein, da der auf privater Ebene gegründete Gerichtshof keinerlei bindende Urteile fällen kann. Die Prozesse – seit 1979 sind es deren 20 – sind fiktiv, doch sie machen auf kritische Umstände aufmerksam.
Vorsitzender des Gerichts ist der Naturschützer Franz Weber, weitere zehn Personen stammen aus Tierschutz-Organisationen.
(Quelle: tagblatt.ch)


