Fischereiministerium entwirft 5 Walfang-Szenarien


„Es gibt für uns keine Möglichkeit, den Sea Shepherd-Schiffen zu entkommen!“ – Dieser Satz stammt aus einem Telefonat am 11. Februar. Er fiel im Verlauf eines Gesprächs, das vom Südpolarmeer aus zwischen der Besatzung der Nisshin Maru und den Beamten der japanischen Fischereibehörde geführt wurde. Das 8044-Tonnen-Schiff Nisshin Maru ist das Mutterschiff der Walforschungsflotte. Dieses Zitat ist in Japans führender englischsprachiger Zeitung Daily Yomiuri nachzulesen.

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Kein Walfang mehr in der Antarktis …
(Foto: Sea Shepherd)

Paul Watson – Gründer der Walschutzorganisation Sea Shepherd: „Der Walfang im Südpolarmeer ist vorbei! Die Walfangindustrie ist ein erbärmlicher zu Grunde gehende Industriezweig, abhängig von staatlicher Förderung. Eine hochgejubelte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die in der Welt des 21. Jahrhunderts keinen Platz mehr hat. Es ist an der Zeit, die Harpunen ruhen zu lassen und dem Südpolarmeer Frieden zu bringen.“

Die Daily Yomiuri berichtet jedoch nicht nur über den Sieg der Sea-Shepherd-Crew, sondern zählt auch fünf Szenarien auf, die das japanische Fischereiministerium entworfen hat. Sie beziehen sich allesamt auf die Zukunft des Walfangs.

(1) Die Walfangflotte unter Begleitschutz von Schiffen der japanischen Küstenwache oder anderer stellen.
Kapitän Paul Watson: Sea Shepherd hat sich in der Vergangenheit Auseinandersetzungen mit der sowjetischen Marine, der norwegischen Marine, der dänischen Marine und der kanadischen Küstenwache ausgesetzt. Wir werden nicht vor der japanischen Küstenwache zurückweichen. Die Küstenwache ins Südpolarmeer zu entsenden, wäre ein Akt der Provokation gegenüber Neuseeland und Australien. Neuseeland und Australien würden reagieren müssen.

(2) Neue Walfangschiffe bauen, die mit hoher Geschwindigkeit fahren können.
Kapitän Paul Watson: Unerschwinglich teuer, und Sea Shepherd ist bereits auf der Suche nach einem schnelleren eistauglichen Schiff.

(3) Forschungs-Walfang durch kommerziellen Walfang ersetzen.
Kapitän Paul Watson: Es wäre immer noch illegal, Wale im Walschutzgebiet Südpolarmeer zu töten, auch wenn kommerzieller Walfang erlaubt werden würde.

(4) Mit den derzeitigen Regelungen zum Walfang fortfahren.
Kapitän Paul Watson: Und Sea Shepherd wird fortfahren, diese Tätigkeiten zu unterbinden und das noch wirksamer.

(5) Den Walfang im Südpolarmeer aufgeben.
Kapitän Paul Watson: Die einzig akzeptable Lösung für Sea Shepherd und die Wale.

Paul Watson schreibt auf seiner Website: „Die japanische Regierung posiert und spuckt große Töne in ihrem Bemühen, das Gesicht zu wahren. Die Wahrheit ist, dass die japanische Walfangindustrie eine antiquierte, sterbende Industrie ist, die im Japan des 21. Jahrhunderts keinen Platz mehr hat.

1977 hat Sea Shepherd die australischen Walfänger am Cheynes Beach in Westaustralien bekämpft. Es war ein erbitterter und grimmiger Kampf. 1978 beendete Australien den Walfang und ist nun die führende Nation auf diesem Planeten im Schutz der großen Wale.

„Das ist meine große Hoffnung für Japan“, sagte Kapitän Watson. „Wie Australien, eine Walfangnation, die sich zu einem Land des Mitgefühls für die großen Wale entwickelt, und ich weiß, wenn die Japaner sich einer Sache annehmen, dann setzen sie sich mit unerschütterlicher und zielstrebiger Pflichttreue dafür ein. Ich sage voraus, dass Japan in den kommenden Jahren zu einer der führenden Umweltschutznationen unseres Planeten wird und die Einstellung des Walfangs im Südpolarmeer wird der Ort sein, wo es begann.“

Die „Whale Wars“ im Südpolarmeer sind vorbei. Die Wale haben gewonnen!“

Durch den Einsatz von Paul Watson und seiner Crew sind in der aktuellen Walfang-Saison von den anvisierten 850 Zwergwalen (Minkwalen) 170 Tiere getötet worden. Bei den Finnwalen sieht die Sea-Shepherd-Bilanz noch besser aus. 2 statt 50 der imposanten Großwale sind getötet worden.

180 Walfänger sind es, die seit 1987 Jahr für Jahr in das antarktische Walschutzgebiet aufbrechen, um dort Wale zu fangen.
(Quellen: Sea Shepherd Conservation Society und Daily Yomiuri Online)

Ein Kommentar

  1. Die Aussichten sind eindeutig positiv. Jetzt kann man nur hoffen, dass bei dieser Ausganssituation nicht wieder "jemand" daherkommt, und einen mysteriösen Kompromiss vorschlägt, um den Japanern ein Hintertürchen aufzulassen.

    geschrieben von Doris Thomas

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