Izumi Ishii: Ich mache weiter


Izumi Ishii scheint es an der japanischen Südküste in Futo (noch) gut zu gehen. Zumindest lassen dies seine Pinnwand-Einträge bei Facebook vermuten.

Der Autor von „Die Bucht“ – Hans Peter Roth – hatte von ein paar Wochen die Möglichkeit, den ehemaligen Delfinfänger zu interviewen. Er schreibt dazu im Blog von OceanCare:

„Er jagte Delfine. Bis in die 90er-Jahre. Dann konnte Izumi Ishii nicht mehr. Schon lange hatte er großes Mitleid gefühlt für die Meeressäuger, die in Futo an der japanischen Südküste, rund 120 Kilometer von Tokio entfernt, gejagt und getötet wurden. Als seine Fischerkollegen die Fangquote überschritten und auch in Japan geschützte Tiere gefangen hatten, überlief das Faß. Ishii hörte auf mit der Delfinjagd.“

Weil sich Izumi vom Delfinfang abgewendet hatte, mieden ihn die Einwohner seines Dorfes. Bis heute begegnen ihm einige seiner ehemaligen Delfinjagdkollegen mit Argwohn. Doch seine neue Geschäftsidee -Whale-Watching – wurde ein voller Erfolg. 99 Prozent seiner Gäste sind Japaner, berichtet er Hans Peter. Doch leider gibt es nicht mehr so viele Wale und Delfine vor der Küste Futos. Izumi führt dies einerseits direkt auf die Dezimierung durch die Delfinjagd zurück, andererseits auch auf diverse Umweltbelastungen und die Überfischung der Meere. Auch wenn die Sichtungen im Lauf der Zeit immer weniger geworden sind, beteuert Izumi: „Ich mache weiter!“

Das Interview hat Hans Peter Roth mit der Videokamera aufgenommen. Du findest es unter „Interview mit Izumi Ishii: Ich mache weiter“.

2 Kommentare

  1. Ich habe auch schon über die Mentalität der Japaner nachgedacht. Für uns schwer nachvollziehbar, wie man in solcher Lage so ruhig bleiben kann. Sowas ist bei Rettungsaktionen etc. sicherlich hilfreich. Hier bräche das Chaos aus. – Andererseit, sich immer in sein Schicksal fügen führt auch dazu, dass man nichts hinterfragt und in Frage stellt. Deutschland ist nun jedenfalls aufgewacht und nun wissen viele so viel, dass ein Verdummen beim besten Willen unmöglich ist. Schrecklich, dass es dafür diese Katastrophe "gebraucht" hat. Ich drücke Izumi die Daumen, dass er seinen Weg weitergehen kann. Es ist der richtige!

    geschrieben von Doris
  2. Ein mutiger Entschluss und ich wuensche ihm und seinem Unternehmen alle alles Gute. Nun, nach der Tragoedie in Japan, wird es noch viel schwerer.

    Beeindrucken tut mich die Disziplin dieser Menschen, die nicht pluendern sondern scheinbar ganz ruhig abwarten. Ein Charakterzug von dem wir uns alle etwas abschneiden koennen.

    geschrieben von Claudia Gomes

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