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Große Tümmler sind Anpassungskünstler


Große Tümmler sind nicht nur grandiose Meeresakrobaten, sondern auch hervorragende Anpassungskünstler. Ein Forscherteam hatte Ende der 1990er-Jahre herausgefunden, dass sich die Indopazifischen Großen Tümmler (Tursiops aduncus) in der Moreton Bay nahe Brisbane im Osten Australiens auf verschiedene Nahrungsquellen spezialisierten.

Große Tümmler im Roten Meer (Foto: SimSim-Reisen)

So bevorzugte eine Delfin-Schule den Beifang von Fischerbooten, die andere Schule ging selbst auf Jagd und machte sich somit nicht vom Menschen abhängig. Zwischen den beiden Gruppen fand fast kein Kontakt statt. Nachdem nun jedoch in einigen Regionen um Brisbane ein Fischfangverbot verhängt wurde – wodurch automatisch auch die Beifang-Rationen kleiner wurden -, hat sich die erste Gruppe der zweiten Gruppe angeschlossen und geht nun mit dieser zusammen auf Jagd.

Die Forscherin Ina Ansmann von der Universität Queensland konnte anhand der Identifizierung der Rückenflossen erkennen, dass sich die vorher getrennt lebenden und agierenden Delfine zusammengetan hatten. Ansmann nennt diese Veränderung als Beispiel dafür, wie die soziale Struktur der intelligenten Tiere flexibel auf Störungen bzw. Veränderungen reagieren und sich anpassen kann.

Ähnliche Anpassungsformen gibt es auch auf der anderen Seite von Australien. In der Shark’s Bay haben Delfine voneinander den Gebrauch eines Werkzeugs (Schwämme) gelernt, um an Nahrung zu gelangen. Aber nur bestimmte Tiere haben sich in einer Werkzeug gebrauchende Gruppe zusammengeschlossen. Offenbar gibt es unter Delfinen genauso Interessensverbände wie unter Menschen.
(Quellen: derStandard.at und sciencedirect.com)

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