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Der alltägliche Wahnsinn


Erneut gab es einen Schweröl-Unfall. Dieses Mal in Belgien. Wieder wurden dadurch Tiere und Pflanzen geschädigt, viele Tiere starben.

Verölte Reiherente (Foto: Project Blue Sea e.V.)

Die Tierschutzorganisation Project Blue Sea e.V. aus Herne hat es sich seit 2000 zur Aufgabe gemacht, Seevögel zu retten. So auch in diesem Fall. Hier der Bericht der Organisation:

Beim Betanken des Frachtschiffs „Heleen“ im Rodenhuizedok im Hafen von Gent kam es Ende November zu einem schweren Unfall. Mehrere Tonnen hochgiftiges Schweröl liefen ins Wasser und schädigten die Tier- und Umwelt. Wie bei allen Ölunfällen sind Wasservögel die augenscheinlichsten Opfer. Wie viele Tiere genau durch das ausgelaufene Öl ums Leben kamen, lässt sich schwer beziffern.

Tierrettung vor Ort

Über 100 stark verschmutzte Vögel – vornehmlich Blässhühner und Reiherenten – konnten eingefangen und in eine spezialisierte Vogelrettungsstation in Ostende überführt werden. „Die Tiere kamen stark verölt im Wildlife Rescue Center Ostend an und wurden dort erst einmal veterinärmedizinisch untersucht und stabilisiert“, berichtet Sascha Regmann, der als Mitarbeiter des „European Oiled Wildlife Rescue Teams“ in Ostende vor Ort war. „Nach einer Stabilisationsphase von 48 Stunden konnte mit dem Reinigen der ersten Tiere begonnen werden.“

Gerettete Blässhühner (Foto: Project Blue Sea e.V.)

Hohe Auswilderungsquote

Mittlerweile sind alle Tiere vom Öl befreit und befinden sich auf Pools und in geeigneten Gehegen in der Vorauswilderungsphase. Durch das schnelle und professionelle Handeln der an der Rettungskampagne beteiligten Helfer ist mit einer Auswilderungsquote von über 80 % zu rechnen.

Öl trotz Ölsperren ausgelaufen

Belgische Naturschützer beklagen unterdessen das Krisenmanagement in Gent. So sei das Öl trotz Ölsperren ausgelaufen und auch das Schiff, welches den Unfall verursachte, habe das Dock bereits verlassen, da die Liegezeiten sehr kostenintensiv seien. Auch der angewandte Einsatz von Dispersionsmitteln, welche das Öl binden und absinken lässt, steht in der Kritik. Zudem bleibt abzuwarten, inwieweit für den Einsatz zur Rettung der betroffenen Tiere Gelder bereitgestellt werden …

EIN HERZLICHES DANKESCHÖN AN SASCHA UND SEIN TEAM!!!

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