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Die Zähne der Delfine


Säugetiere haben normalerweise vier verschiedene Zahntypen:
– scharfe Schneidezähne
– spitze Eckzähne
– flache Vormahlzähne
– flache Mahlzähne

Zahn eines Großen Tümmlers (Foto: Rüdiger Hengl)

Zahn eines Großen Tümmlers (Foto: Rüdiger Hengl)

Wale fallen aus diesem Schema heraus. Bartenwale haben gar keine Zähne. Sie filtern ihre Beute mit einer Art Vorhang aus Horn aus dem Wasser. Die Zahnwale haben zwar Zähne, doch diese sind nicht in vier Typen aufgegliedert.

Anzahl variiert, Form nicht

Auch die Delfine gehören zu den Zahnwalen. Sie ernähren sich von Fischen und Weichtieren. Die meisten Zähne hat der Ostpazifischen Delfin (auch “Spinner” genannt; Stenella longirostris). Auf seinem langen Ober- und Unterkiefer sitzen insgesamt zwischen 172 und 252 kleine, scharfe Zähne. Kein anderes Säugetier hat so viele Zähne! Das andere Extrem stellt der Risso-Delfin (auch “Rundkopfdelfin” genannt; Grampus griseus) dar. Er hat im Oberkiefer keine und im kurzen, breiten Unterkiefer nur vier bis 14 Zähne.

Die Zähne der Delfine sehen alle gleich aus. Ihre konische, spitze Form ermöglicht das Packen der Beute. Zerkaut werden die Fische nicht. Sie werden als Ganzes geschluckt.

Aus vier Typen wurde eine Form

Die Vorfahren der Wale verfügten vor 48 Millionen Jahren offenbar noch über vier Zahntypen, wie Fossilienfunde zeigen. Vor rund 30 Millionen Jahren sahen die Zähne der Waltiere aber schon alle gleich aus.

Beeinflusst wird die Zahnform von Proteinen. So lässt das Protein BMP4 Zähne lang und spitz wachsen wie Schneidezähne. Das Protein FGF8 hingegen ist für die Ausbildung breiterer Mahlzähne zuständig.

Zahntyp-Proteine

Forscher haben bei Delfin-Embryonen im hinteren Teil der Kiefer noch das „Mahlzahn-Protein“ gefunden. Das „Spitz-Zahn-Protein“ war über den ganzen Kiefer verteilt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das BMP4 dominiert und letztlich dafür sorgt, dass nur spitze Zähne ausgebildet werden. Die Vermutung wurde mit Mäuse-Experimenten nachgewiesen. Injiziert man Mäuseembryonen in den hinteren Kieferteil das BMP4-Protein, wachsen dort keine breiten Mahlzähne mehr, sondern nur noch spitze Zähne.
(Quelle: Forscher lösen Rätsel der spitzen Delfinzähne)

Mehr über die Zähne der Delfine und Pottwale findest du unter Das Skelett der Delfine und Auf den Zahn gefühlt.

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