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Es ist nichts mehr, wie es war


Heute zum „Tag des Wassers“ möchte ich von Maddalena erzählen, die als Kind und als Erwachsene Sardinien ganz unterschiedlich erlebt hat. Natürlich hat ihre Geschichte mit dem Meer – also mit Wasser – zu tun.

Nordostküste Sardiniens (Foto: Susanne Gugeler)

Nordostküste Sardiniens
(Foto: Susanne Gugeler)

Die Biologin Maddalena Bearzi denkt gerne an ihre Kindheit auf der italienischen Insel Sardinien zurück. Noch heute erinnert sie sich an den einzigartigen und unvergesslichen Duft der mediterranen Macchia, von Wacholder und Myrte.

Als Kind und Teenager hat Maddalena ihre Ferien immer auf Sardinien verbracht. Sie genoss es, ihre Füße in das saubere Wasser zu stecken und staunte über die großen Fische und Krebse, die das Meer barg.

Immer mehr tote Zonen im Meer

Doch nun ist das Meer dreckig. Maddalena befürchtet, dass das Meer kollabieren wird, noch bevor wir seine Geheimnisse kennengelernt haben. Nicht nur große Raubfische wie Haie, Thunfische und Schwertfische stehen kurz vor der Ausrottung, sondern auch kleine Tiere wie die Sardellen. Bald werden wir nur noch Wirbellose und Quallen auf unseren Tellern finden, befürchtet die Biologin.

Die Meere verwandeln sich langsam in tote Zonen. Heute sind nahezu 90 Prozent der großen Raubfische verschwunden. Wissenschaftler prognostizieren einen Zusammenbruch der gesamten Fischbestände bis 2050. Der Blauflossen-Thunfisch wird vielleicht bereits in wenigen Jahren verschwunden sein.

Keine Delfine mehr

In manchen Meeresregionen vor Griechenland und Kroatien gibt es keine Gewöhnlichen Delfine mehr. Früher gab es z.B. vor der Inseln Kalamos noch sehr viele dieser Meeressäuger. In diesem Gebiet konnte man sie täglich beobachten, erzählt Maddalena, heute sieht man sie vielleicht nur noch einmal im Monat. Wahrscheinlich bleibt den Tieren nicht mehr genügend Nahrung, da Fischer mit großen Ringwadennetzen vor der Insel ihnen die Sardinien und Sardellen wegschnappen.

Möwe auf Sardinien (Foto: Susanne Gugeler)

Möwe auf Sardinien
(Foto: Susanne Gugeler)

Feld-Biologin

Maddalena Bearzi setzt sich seit mehr als 25 Jahren für die Ökologie und die Erhaltung der Meeressäuger ein. Sie ist Präsidentin und Mitbegründerin der Oceans Conservation Society und Co-Autorin von „Beautiful Minds“. Das Buch zeigt Parallelen im Leben von Menschenaffen und Delfinen auf (Harvard University Press, 2008). Sie arbeitet auch als Foto-Journalistin und Blogger für verschiedene Medien. Ihr jüngstes Buch heißt Dolphin Confidential: „Bekenntnisse einer Feld Biologin“.
(Quelle und weitere Informationen: National Geographic)

Lesetipp

Besuch im Delfin-Forschungsinstitut auf Sardinien

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