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Japanische Aquarien kritisieren den Weltzooverband


Nachdem der Weltverband der Zoos und Aquarien WAZA (= World Association of Zoos and Aquariums) angekündigt hat, den japanischen Verband für Zoos und Aquarien JAZA von der Mitgliedschaft auszuschließen (siehe Meeresakrobaten-Beitrag vom 25. April 2015), kritisieren Zoos und Aquarien aus Japan diese Entscheidung.

Gefangene Delfine in Taiji (Foto: Boyd Harnell)

Gefangene Delfine in Taiji (Foto: Boyd Harnell)

Die Ausschluss-Drohung erfolgte, weil Mitglieder der JAZA gegen den Ethik-Kodex der WAZA verstößt. Denn noch immer werden Delfine in Taiji/Japan für zoologische sowie Vergnügungs-Einrichtungen in Japan gefangen. Und das obwohl die Nachzuchtquote von Delfinen in den letzten Jahrzehnten weltweit gestiegen ist.

Doch kleinere Aquarien in Japan argumentieren, dass sie keinen Platz und kein Geld hätten, Nachzucht zu betreiben. Deshalb benötigten sie immer wieder Nachschub aus Taiji.

Auch würde der Austausch anderer Zootiere erschwert, wenn die der JAZA angeschlossenen Zoos und Aquarien nicht mehr Mitglied in der WAZA wären. Inzucht müsste befürchtet werden.
(Quelle: The Japan News)

4 Kommentare

  1. Diese peinliche Uneinsichtigkeit der japanischen Tierparks und Aquarien verschlägt mir als engagiertem Tiergartenbiologen und Ökologen glatt die Sprache! Sie passt leider nur allzu gut zu dem erbärmlichen Eindruck, den die Regierungsdelegationen Japans regelmäßig bei den CITES und IWC-Konferenzen hinterlassen.
    „Whales are abundant – let us use them“… „Wir müssen die Wale bejagen, um zu verhindern, dass sie den Menschen den Fisch wegfressen“… So und so ähnlich lauteten die Kommentare und Parolen, die die japanischen Whaling- und Fishing-Lobbyisten (bezeichnenderweise somit die eigentlich Verantwortlichen für den Raubbau an den marinen Ressorcen) schon im April 2000 bei der CITES-Konferenz in Nairobi herausposaunten – und damit (gewiss unfreiwillig ..) vor 15 Jahren Geburtshilfe und Motivation für die Gründung der Bundesarbeitsgemeinschaft „Internationaler Artenschutz“ im NABU durch das heutige NABU-Präsidiumsmitglied Heike Finke und mich leisteten!!!
    Wie wohltuend waren schon damals hingegen die Gespräche mit den Vertretern von Greenpeace Japan, die uns verdeutlichten, dass die angebliche Tradition des eigentlich unrentablen und in Japan hochsubventionierten Walfangs letztlich insbesondere durch durchsichtige Aktionen wie die kostenlose Ausgabe von Walfleisch als Schülermahlzeit aufrecht erhalten wird. Dass Japan darüberhinaus bei solchen internationalen Konferenzen die Vertreter von karibischen und anderen Nationen durch „wirtschaftliches Entgegenkommen“ zu beeinflussen versucht, ist weithin bekannt.
    Aus Sicht des Natur- und Artenschutzes und nicht zuletzt der verantwortungsvollen und wirklich nachhaltigen Nutzung mariner Ressourcen sollten wir (und nicht zuletzt unsere politischen Vertreter) die fortschrittlichen Kräfte in Japan unterstützen und die ewiggestrigen und unverantwortlichen „Traditionalisten“ weitmöglichst isolieren. Dass sich just die Kollegen japanischer Zoos (wahrscheinlich aus kurzsichtigem Egoismus) daran nicht beteiligen, ist aus meiner Sicht unverantwortlich und fürwahr ein Armutszeugnis! Es ist zu hoffen, dass die WAZA nunmehr im Sinne ihres Ethik-Kodex konsequent bleibt!

    geschrieben von Wolfgang Rades
  2. Kein Platz für Nachzucht aber Platz für immer wieder neue Wildfänge, schon klar. Selbst in einem Eimer wie in Rimini hat die Zucht geklappt. Und wenn sie schon selbst von austausch reden, ist noch niemand auf die Idee gekommen, dass das bei Delphinen auch gehen könnte. Kleine Einrichtungen in Westeuropa züchten auch nicht selber und sind Aufnahmestandorte für Nachzuchten von anderswo. Das nenntman koodinierte Zucht und Populationsmanagement.

    geschrieben von Dani
    1. Ja, vollkommen unverständlich.
      Koordinierte Zucht scheint ein Fremdwort bei diesen japanischen Einrichtungen zu sein.
      Und wenn man keinen Platz oder kein Geld hat selbst Jungbullen zu halten bzw. moderne Anlagen zu bauen, sollte man auch gar keine erst halten. Davon geht die Welt auch nicht unter wie Münster zeigt.

      geschrieben von JonLynx
      1. Dabei hätte Münster einen guten Jungesellen-Standort abgeben können, allein schon von der Lage mitten in Europa her. Aber man kann halt jeden Euro nur einmal ausgeben und man hat in den Elefanten das größere Potential gesehen. Und die Elefantenanlage ist wiklich gut geworden.

        geschrieben von Dani

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