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Die todbringende „Rote Flut“


An der Golfküste Floridas wurden in den letzten Wochen unzählige verendete Fische, Meeresschildkröten, Delfine und andere Tiere gefunden.

Toter Delfin
(Foto: H.W.)

Allein in Sarasota wurden in den vergangenen Tagen zwölf tote Delfine entdeckt. Das sind so viele, wie sonst innerhalb eines ganzen Jahres zu beklagen sind.

Auch Delfin Speck ist tot

Unter den Opfern befindet sich auch der zwölfjährige Speck. Das ist ein Delfin, der seit seiner Geburt sehr oft in der Bucht von Sarasota gesehen wurde. Ihm wurde zu Forschungszwecken die Nummer 252 auf die Rückenflosse geprägt.

Giftige Gase

Grund für das Massensterben ist offenbar die sogenannte „Rote Flut“ (Red Tide) – dabei handelt es sich um Mikroorganismen (Karenia brevis), die giftige Gase von sich geben.

Für Randall Wells, dem Leiter des örtlichen Delfin-Forschungsprogramms der Zoologischen Gesellschaft von Chicago, ist es niederschmetternd, was gerade in Florida passiert. Umso mehr, wenn man ein Opfer – in diesem Fall Speck – persönlich kannte.

Karenia brevis verursacht beim Menschen Kopfschmerzen, tränende Augen, Husten und Asthma.

Gefahr durch Einatmen oder Verzehr

Die Einzeller sind für die Meerestiere nur gefährlich, wenn sie in Massen auftreten. Die giftigen Gase werden dann von Meeresschildkröten oder Seekühen eingeatmet oder über den Verzehr von Fisch und Seegras aufgenommen. Bei den Tieren werden Orientierungslosigkeit, Krampfanfälle und Koordinationsprobleme festgestellt.

Die „Rote Flut“ erstreckt sich an der Südwestküste Floridas von Tampa bis Naples auf einer Strecke von ca. 320 Kilometern.

Wissenschaftler vermuten, dass das Phänomen mit der Ausbreitung der Blaualge verglichen werden kann. Diese tritt vermehrt in den Gebieten auf, in denen stark gedüngt oder wo der Abfall unsachgemäß beseitigt wird.
(Quelle: Augsburger Allgemeine)

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