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Gestrandete Wale werden gegessen


Immer mehr Menschen essen Waltiere, die gestrandet sind. Das, was sich wie eine nachhaltige Nutzung von Meeresressourcen anhört, ist in Wirklichkeit sehr gefährlich.

Symbolfoto: Gestrandeter Delfin in Waterville/Irland
(H.W.)

In Mozambique (Südostafrika) beispielsweise wird das sogenannte Aquatic Bushmeat immer beliebter. Durch den Verzehr der toten Tiere werden jedoch viele Menschen krank oder sterben sogar.

Proteinmangel soll ausgeglichen werden

Bei vielen Bevölkerungsgruppen herrscht Proteinmangel. Diesen wollen die Menschen durch den Verzehr von Walfleisch und anderen Meerestieren ausgleichen. Doch in den gestrandeten Tieren bilden sich oft Toxine, die dem Menschen gefährlich werden können.

Erst im vergangenen Jahr waren in Praia do Tofo offenbar mindestens sieben Kinder, darunter zwei Säuglinge, gestorben, nachdem sie oder ihre Mütter Fleisch von einer toten Meeresschildkröte gegessen hatten.

Vergiftungsgefahr ist groß

Es ist zwar grundsätzlich gut, dass Menschen anpassungsfähig sind, auch was ihre Nahrung angeht. Doch wir haben der Natur inzwischen so viel Schlimmes angetan, dass tot angespülte Tiere nicht ohne Bedenken gegessen werden können. Früher gab es dieses Risiko, sich zu vergiften, weniger oder gar nicht. Heute sind die Ozeane voll von Schadstoffen. Da die Wale am Ende der Nahrungskette stehen, reichern sich in ihnen besonders viele Gifte an.

Vergiftetes Beluga-Fleisch

Alaska hat mit Abstand die höchste Rate an Fleischvergiftungen in den USA. Einige wurden mit dem Verzehr von gestrandeten, verfaulten oder fermentierten Walen und Robben in Verbindung gebracht. Ein Mann in Nome starb in diesem Jahr, nachdem er sich eine Vergiftung nach dem Verzehr von Beluga-Fleisch zugezogen hatte.

Algenblüte tritt vermehrt auf

Auch die Ausbreitung von giftigen Algenblüten häuft sich (teilweise infolge des Klimawandels). Große Säugetiere nehmen die Giftstoffe auf und reichern sie in ihrem Körper an.

Bei manchen gestrandeten Meeressäugern wurde Brucellose oder Toxoplasmose diagnostiziert. Diese Krankheiten stellen in den USA die häufigste Todesursache bei Lebensmittelvergiftungen dar.

Jagd auf Delfine und Grindwale

Inzwischen werden in Ghana, Madagaskar, Peru und anderen Ländern regelmäßig Delfine gejagt. „Die Verfügbarkeit von Delfinfleisch, das ursprünglich aus zufälligem Beifang stammt, hat die Menschen auf den Geschmack gebracht, diese nicht-traditionelle Proteinquelle zu erschließen“, stellten Wissenschaftler bereits 2012 fest.

Auf den Färöer Inseln gehört der Verzehr von erlegten Grindwalen zur Tradition. Doch Menschen, die häufig auf dieses Fleisch zugreifen, haben oft Herzprobleme. Die Entwicklung des Gehirns bei Kindern ist verzögert, wenn sie von Müttern ausgetragen und/oder gestillt werden, die Walfleisch essen.
(Quelle: nationalgeographic.com)

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