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Meeresforschung wir unterstützt


Forscherinnen und Forscher aus Tiermedizin, Bioakustik, Populationsbiologie, Schiffsbau und Ingenieurwesen suchen gemeinsam nach Lösungen, um Schiffslärm zu reduzieren und so Meerestiere zu schützen.

Schweinswal vor Wilhelmshaven
(Foto: Rüdiger Hengl)

Schifffahrt als große Lärmquelle

Die Schifffahrt gehört zu den großen Lärmquellen im Meer. Je nach Situation können sich die Geräusche im Meer über sehr große Distanzen ausbreiten und im Meer lebende Tiere stören und schädigen.

Wale und Robben, viele Fische und einige Wirbellose, wie beispielsweise Tintenfische, nutzen Schall, um zu kommunizieren, zu navigieren oder Nahrung zu suchen. Die Geräuschkulisse im Meer stört sie dabei und kann ihre für sie überlebenswichtigen Hörorgane dauerhaft schädigen. In dem Projekt “SATURN – Solutions At Underwater Radiated Noise“ wird ein internationales Forscherteam aus verschiedenen Fachdisziplinen gemeinsam offene Fragen zu den Auswirkungen von Unterwasserlärm auf Tiere untersuchen und nach Lösungen suchen, um Schiffslärm zu reduzieren.

Start im Februar 2021

Das Projekt startet im Februar 2021. Die Europäische Kommission fördert das Projekt im Förderprogramm Horizon 2020 über vier Jahre mit 9 Millionen Euro. Eine Million Euro gehen an das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo).

Unterwasserlärm soll tiergerecht verringert werden

Zwar gibt es bereits Studien, die mit unterschiedlichen Ansätzen die Störungseffekte durch Unterwasserlärm belegen, und auch gibt es bereits Vorschläge, wie die Schifffahrt leiser und damit tierfreundlicher gestaltet werden kann, dennoch gibt es viele offene Fragen und keine zielgerichteten Lösungsansätze.

Das SATURN-Projekt möchte das ändern und führt erstmals führende europäische Expertinnen und Experten aus den Bereichen Bioakustik, Tiermedizin und Populationsbiologie sowie Schiffsbau und Ingenieurwesen zusammen, um den durch die Schifffahrt verursachten Unterwasserlärm tiergerecht zu verringern.

„Wir gehen das komplexe globale Problem des unter Wasser abgestrahlten Lärms auf eine wirklich umfassende, transdisziplinäre Weise an und hoffen, dass die Erkenntnisse und Innovationen, die wir in diesem Projekt generieren, zu intelligenten praktischen Lösungen führen werden“, sagt ITAW-Leiterin Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert.

Die Schlüsselfragen des Projektes sind:

* Welche Geräusche sind für aquatische Arten am schädlichsten, wie werden sie erzeugt und wie werden sie verbreitet?

* Welche kurzfristigen und welche kumulativen langfristigen negativen Auswirkungen hat der Lärm von Schiffen und Booten auf aquatische Arten in Flüssen und im Meer?

* Welche Messungen sind am geeignetsten und wie können die negativen Auswirkungen des Schiffslärms bei aktuellen und zukünftigen Schiffen reduziert werden?

Einfluss von Unterwasserschall auf aquatische Arten

Siebert übernimmt in dem Projekt die Leitung des biologischen Arbeitsbereiches: „Wir werden den Einfluss von Unterwasserschall auf das Verhalten, die Gesundheit und den Energiehaushalt von Wasserorganismen untersuchen. Da es nicht möglich ist, alle Auswirkungen auf alle aquatischen Arten in einem Projekt zu untersuchen, werden wir eine Auswahl treffen, um besser zu verstehen, was genau Schiffsgeräusche bei wirbellosen Tieren, Fischen und Meeressäugern, also den drei großen taxonomischen Gruppen im aquatischen Ökosystem, bewirken.“
(Quelle und weitere Informationen: TiHo Hannover)

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