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Führt Quecksilber zu Strandungen?


Immer wieder fragen sich Wal- und Delfin-Experten, warum es zu Massenstrandungen unter den Tieren kommt.

Gestrandete Pottwale
(Foto: Sonja von Brethorst)

Hoher Quecksilbergehalt

Umweltchemiker vermuten nun, dass sich der hohe Quecksilbergehalt in den Meeressäugern negativ auf ihre Gesundheit auswirkt. Erste Indizien für ihren Verdacht wurden von der Universität Graz veröffentlicht.

„Die Vermutung liegt nahe, dass Quecksilber eine zentrale Rolle bei Walstrandungen spielt“, sagt Jörg Feldmann von der Uni Graz. „Je höher ein Lebewesen in der Nahrungskette steht, desto größer ist die Konzentration von Quecksilber in den Zellen der Leber und des Gehirns. Und Wale stehen ganz oben“, erklärt der Chemiker.

Das Schwermetall gelangt durch die Verbrennung von Kohle und industriellem Abfall ins Meer. Seine Konzentration hat sich in den letzten Jahrhunderten verdreifacht.

Selen verbindet sich mit Quecksilber

Feldmann und seine Kollegen wiesen in der Leber von Pott- und Grindwalen Quecksilberpartikel nach. Offenbar haben Meeressäuger eine tausendfach höhere Konzentration dieses Nervengifts im Organismus als andere Meerestiere.

Diese Konzentration an sich wird von Forschern als unbedenklich eingestuft. Entscheidend dabei ist das chemische Element Selen. Dieser Stoff ist für Säugetiere ein essenzielles Spurenelement, schützt die Zellen vor oxidativem Stress und ist auch für den Hirnstoffwechsel wichtig, kann man von Feldmann auf seiner Website erfahren. Selen schaltet die toxische Wirkung des Quecksilbers aus.

Schutz für das Gehirn fehlt

Doch Selen ist auch für den Hirnstoffwechsel wichtig. Wenn es sich an Quecksilber bindet, fehlt es als Schutz des Gehirns.

„So könnte der Mangel bei Walen zu Krankheiten wie zum Beispiel Epilepsie führen, die eine Orientierungslosigkeit auslösen und sie deshalb stranden lassen könnte“, vermutete der Umweltchemiker.
(Quelle: Universität Graz, Institut für Chemie)

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