Wie ich bereits im Oktober 2025 berichtet hatte, steht das Schicksal von 30 Belugas auf wackligen Füßen.
Der fürs Publikum geschlossene Freizeitpark Marineland in Niagara Falls, Ontario, verhandelt momentan mit vier US-amerikanischen Institutionen über die Aufnahme seiner 30 Belugas und vier Delfine.
Gespräch über Transport
Die kanadische Regierung hat einem Plan zur Ausfuhr der letzten in Gefangenschaft lebenden Wale in die USA unter Auflagen zugestimmt.
Fischereiministerin Joanne Thompson traf sich mit Vertretern von Marineland, um über den geplanten Transport der Tiere in die USA zu sprechen. Neue Unterkünfte soll es im Shedd Aquarium in Chicago, im Georgia Aquarium in Atlanta, im Mystic Aquarium in Connecticut und im SeaWorld, das mehrere Standorte in den USA betreibt, geben.
Der Premierminister von Ontario, Doug Ford, unterstützte Thompsons Entscheidung.
Dringender Rettungsplan
Dieser Schritt erfolgte, nachdem Marineland der kanadischen Regierung einen nach eigenen Angaben „dringenden Rettungsplan“ vorgelegt hatte. Falls dieser Plan nicht umgesetzt werde, müsse im schlimmsten Fall an die Tötung der Meeressäuger gedacht werden. Dem Park gehen die Mittel aus.
Drei der infrage kommenden Übernahme-Institutionen erklärten, sie hätten Marineland kürzlich besucht, um sich nach dem Zustand der Wale und Delfine zu erkundigen und den Tieren „Hoffnung und eine Zukunft“ zu geben.
Sie warnten jedoch davor, dass ein Abkommen zur Übernahme der Tiere „verfrüht“ sei, da sie selbst bürokratische Hürden für den Import der Wale überwinden müssten.
Hohe Todesrate
Laut einer fortlaufenden Zählung der Canadian Press, die auf internen Aufzeichnungen und offiziellen Stellungnahmen basiert, sind seit 2019 ein Orca und 19 Belugas im Marineland gestorben.
„Free-Willy-Gesetz“
Im Oktober 2025 beantragte Marineland Exportgenehmigungen, um seine Belugas in das Chimelong Ocean Kingdom, ein Aquarium in China, zu verlegen. Thompson lehnte diese Genehmigungen ab und erklärte, sie wolle die Wale nicht einer zukünftigen Haltung in Gefangenschaft aussetzen.
Dies steht im Einklang mit dem 2019 verabschiedeten „Free-Willy-Gesetz“. Dieses Gesetz verbot die Haltung von Walen und Delfinen in Gefangenschaft, wobei die Tiere von Marineland eine Bestandsschutzregelung genossen. Es verbot außerdem die Zucht, was Marineland zwang, die männlichen und weiblichen Belugas zu trennen.
Das Gesetz verbot auch den Import und Export von Walen, mit Ausnahme von Forschungszwecken. Der Ministerin wurde jedoch die Befugnis eingeräumt, Ausnahmen zu genehmigen, wenn dies im besten Interesse der Tiere liegt.
Walschutzprojekt stellt keine Option dar
„Nach unserem Gespräch verstehe ich, dass dieser Antrag für Marineland der letzte Versuch ist, das Leben dieser Tiere zu retten“, schrieb Thompson. „Kurz gesagt: Die von Ihnen präsentierten Optionen sind Export oder Tod.“
Thompson erklärte, sie habe die Folgen für die Tiere abgewogen. Sie merkte an, dass ein geplantes Walschutzprojekt in den Küstengewässern von Nova Scotia derzeit weder in Betrieb sei noch angesichts des Zeitpunkts eine Option darstelle.
(Quelle: CTVNews.ca)
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