Leider ist der Buckelwal in der Ostsee erneut gestrandet.
Er liegt nun in zwei Meter tiefem Wasser in der Wismarer Bucht.
Gestresstes und krankes Tier
Vor allem diejenigen, die ihn schon „in der Freiheit“ gesehen haben, werden sehr enttäuscht sein. Doch es war abzusehen, dass ein dermaßen gestresstes und krankes (man konnte die kaputte Haut gut auf den Videos erkennen) Tier sich nicht einfach eines Besseren besinnt und ab in die Heimat – das wäre der Atlantik – schwimmt.
Leider sind Strandungen von Großwalen auch schon in der Vergangenheit meist traurig ausgegangen.
Rückblick
Ich kann mich noch gut an das Finnwal-Weibchen erinnern, dessen letzte Lebensstunden ich in Irland erlebt habe. Das war vor 14 Jahren.
Das Tier war in den Innenhafen von Baltimore gelangt und wies viele Wunden auf. Sein Atem war sehr unregelmäßig. Der ausgestoßene Blas wirbelte mal bis weit über die Kaimauer, ein andermal kam nur ein feiner Nebel aus den beiden Nasenlöchern oben am Kopf.
Fischer versuchten damals, das Tier bei Flut in tieferes Gewässer zu locken, doch leider ohne Erfolg.
Die Größe des Tieres machte jeden Rettungsversuch zunichte
Die Größe des Tieres machte jeden Rettungs-, aber auch Tötungsversuch zunichte. „Für die Leute, die den sterbenden Wal beobachten, ist es sehr schwierig, zu verstehen, warum wir nicht eingreifen können“, bedauerte damals Padraig Whooley, der Sprecher der Tierschutzorganisation Irish Whale and Dolphin Group. Doch für ihn selbst sei es keine Tragödie, sagt Whooley. „Es handelt sich um ein wildes Tier, und wilde Tiere sterben tagtäglich in ihrem Lebensraum.“
Wal stellte das Atmen ein
Am 16. August 2012 überlegte sich die IWDG noch, ob man den Finnwal mit einem Gnadenschuss ein Ende setzen sollte, doch um die Mittagszeit stellte der Wal das Atmen ein …
Gut gemeinte Ideen führen ins Leere
Auch in diesem Fall kamen die umstehenden Menschen auf alle mögliche Ideen, wie man den Wal retten könnte. Doch von Land aus wäre das Gebiet mit Schwertransportern nicht erreichbar gewesen und auch vom Meer aus ließ sich der Wal nicht umleiten.
Das Einzige, was für ihn getan werden konnte, war, ihn in Ruhe sterben zu lassen.
Auffangstation für Schweinswale
Für Schweinswale, deren natürlicher Lebensraum Ost- und Nordsee sind, lässt sich dagegen mehr machen, wenn ein Tier gestrandet ist.
Dafür ist die niederländische Auffangstation SOS Dolfijn bestens ausgestattet. Sie hat ihren Sitz im Zoo von Anna Paulowna.
Derzeit befinden sich drei gestrandete Schweinswale dort, die medizinisch versorgt und wieder aufgepäppelt werden, bevor sie wieder in die Nordsee zurückgeführt werden.
Lesetipps
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* Quicklebendige Delfine und ein sterbender Wal


