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Grundschleppnetzfischerei wird eingeschränkt


Laut der Deutschen Stiftung Meeresschutz entschied das Bezirksgericht Den Haag am 11. Mai 2026, dass niederländische Grundschleppnetzfischer nicht mehr wie bisher ohne Genehmigung im geschützten Natura-2000-Gebiet Doggerbank fischen dürfen.

Fischernetz (Foto: Rüdiger Hengl)

Verstoß gegen geltendes Naturschutzrecht

Die bislang geltende Ausnahmeregelung für diese schädliche Fischereimethode verstoße gegen geltendes Naturschutzrecht, urteilte das Gericht. Die Entscheidung ist ein bedeutender Sieg gegen die zerstörerischste aller legalen Fischereimethoden. Geklagt hatten mehrere Umweltorganisationen.

Sandbank in der Nordsee

Die Doggerbank ist mit einer Fläche von rund 18.000 Quadratkilometern die größte Sandbank der gesamten Nordsee. Sie erstreckt sich über 320 km vom Festlandsockel Großbritanniens bis in niederländische, deutsche und dänische Meeresgebiete.

Im deutschen Teil dieser einzigartigen Sandbank liegt das Naturschutzgebiet Doggerbank. Es liegt rund 250 km vom Festland entfernt im nordwestlichen Teil der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee und ist Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzwerkes Natura 2000.

Weite Teile sind geschützt

Bereits im Juli 2022 hatte die britische Regierung in ihrem 12.000 Quadratkilometer umfassenden Teil der Doggerbank die bodenberührende Fischerei verboten. Damit sperrten die Briten den größten Teil der insgesamt fast 18.000 Quadratkilometer großen Doggerbank für Grundschleppnetzfischer.

Seit dem 18. November 2025 ist die nördliche Hälfte des etwa 1.700 Quadratkilometer großen deutschen Meeresschutzgebiets NSG Doggerbank für die Fischerei mit Grundschleppnetzen gesperrt. In der anderen Hälfte des Meeresschutzgebiets sind Grundschleppnetzfischer weiterhin unterwegs.

Fischfanggebiet

Die Doggerbank gilt als das ökologische „Herz der Nordsee“ und als gutes Fischfanggebiet, insbesondere für Kabeljau und Scholle, die sich wegen des wärmeren Wassers gern in den flachen Wasserzonen aufhalten.

Viele Schweinswale im Schutzgebiet

Laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) kommen Schweinswale in großer Zahl ins Schutzgebiet – im gesamten Sommer des Jahres 2023 waren es 16.500 Tiere.

Sie nutzen das Gebiet zur Nahrungssuche und Fortpflanzung sowie Aufzucht ihrer Jungtiere. Sie werden vor allem von den reichen Vorkommen an Sandaalen angelockt.

Regelmäßig werden auch Seehunde und Kegelrobben bei Nahrungssuche und Wanderung gesichtet. Sogar Riesenhaie, Zwergwale und Weißschnauzendelfine sind hier anzutreffen.

Anfang Mai 2026 meldete das Bundesamt für Naturschutz die ungewöhnliche Sichtung von vier Orcas im Gebiet der Doggerbank. Die Orcas erbeuteten eine ausgewachsene Kegelrobbe.

Wiederherstellung der Artenvielfalt

Der Schutz der gesamten Doggerbank vor Grundschleppnetzen und die Wiederherstellung der einstigen Artenvielfalt des Gebiets rücken Schritt für Schritt näher.
(Quellen: Bundesamt für Naturschutz, Deutsche Stiftung Meeresschutz, Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat und Wikipedia)

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