Es gibt immer weniger „deutsche Wale“


Auch in Deutschland kann man Wale beobachten, nämlich Schweinswale. Sie leben in der Nord- und der Ostsee und gehören mit gerade mal 1,60 m Länge zu den kleinsten der Wal-Vertreter. Auch sieht man sie immer nur kurz auftauchen. Sie zeigen dabei nur ihre Rückenflosse – die Finne. Manche Touristen denken an einen Hai, wenn sie die Finne im Meer aufblitzen sehen. Doch es handelt sich nicht um einen Fisch, sondern um ein Säugetier, das sie in Küstennähe beobachten können.

Schweinswale in der Nordsee

Während meiner Meeres-Praktika auf Sylt (Nordsee) habe ich noch etliche der kleinen Wale vom Westerländer Strand aus beobachtet. Doch es werden immer weniger. Vor allem der Bestand an der Ostsee hat sich innerhalb weniger Jahre auffallend dezimiert.

In der inneren Ostsee (östlich von Rügen) gibt es offenbar nur noch 250 Schweinswale. Auch in anderen Gebieten der Ostsee geht der Bestand immer weiter zurück. Petra Deimer, die Vorsitzende der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM), ist äußerst besorgt. „Während die hochgerechnete Anzahl Schweinswale für 1994 für die Belt-See (Kattegat, Belte, Sund und Westliche Ostsee) noch 27 769 Tiere ergab, waren es für 2005 nur noch 10 865 Tiere“, berichtet Deimer mit Verweis auf eine Promotion von Signe Sveegaard von der dänischen Universität Aarhus.

Jährlich werden seit 2007 von Spaziergängern und Wassersportlern an den deutschen Ostseetränden 170 angeschwemmte Wal-Kadaver gemeldet. „über die Hälfte sind Beifänge“, so Petra Deimer. Sie bezieht sich dabei auf Untersuchungen des Forschungs- und Technologie Zentrums Büsum. „Diese unnatürliche Sterblichkeit ist in jedem Fall zu hoch, sie dürfte ein Prozent eines gesunden Bestandes nicht überschreiten.“ Aber auch die Meeresverschmutzung, die Gewinnung von Bodenschätzen und der zunehmende Schiffsverkehr bedrohe die Schweinswale zunehmend.

Die sich vor zehn Jahren zusammengeschlossene Jastarnia-Gruppe hat einen Schweinswal-Rettungsplan erstellt, zu dem u.a. gehört, walfreundlichere Fischfanggeräte wie Fischreusen statt Stellnetze einzusetzen. Der Gruppe haben sich fast alle Anrainerstaaten der Ostsee angeschlossen.

2 Kommentare

  1. hab gehört, in holland sind jetzt 6 tiere lebend gestrandet und im SOS.

    so viele auf einmal gabs selten.

    da muß echt mehr für den schutz getan werden.

    geschrieben von Alexandra
    1. Alexandra, woher weißt du das? Mir ist davon nichts bekannt …

      geschrieben von Susanne

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