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Pottwal wird zerlegt


Der Kadaver des letzte Woche bei Pellworm gestrandeten Pottwals wird nun zerlegt, bevor Teile davon ins Naturkundemuseum Münster kommen.

Günther Behrmann mit Pottwalskelett in Kuramathi

Auch der Wal-Präparator Günther Behrmann (Berater der Meeresakrobaten) wurde um Mithilfe gebeten. Schließlich hat Behrmann im Lauf seines Lebens bereits etliche Pottwal-Skelette zusammengesetzt und wurde durch seine Arbeit ein international angesehener Wal-Präparator (Pottwal-Skelette von Günther Behrmann sind unter anderem im Natureum Niederelbe, im Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven und in Kuramathi auf den Malediven zu besichtigen). Von der FAO („Food and Agriculture Organization“ der UNO) wurde er zum „Experten für Wale“ ernannt. Zum Thema Wale hat er schon über 50 Publikationen herausgebracht.

Die Knochen werden mazeriert

Die Knochen des Pellwormser Pottwals werden erst einmal nach Stralsund gebracht. Dort werden sie mazeriert. (Siehe dazu den MA-Beitrag Knochenjob im Skelett-Kabinett.) Ein Auge und zwei Flossen werden direkt nach Münster transportiert, wo sie präpariert werden.

Zähne im Oberkiefer, Asparginsäure in den Augen

Für die Wissenschaftler, die sich den Wal ganz genau ansehen, birgt er immer noch einige Rätsel. Zum Beispiel: Wie alt wurde das Tier? Das soll nun die Untersuchung der Augen klären. Denn das Zählen der Zahnringe bringt nur einen ungefähren Wert (siehe MA-Beitrag Auf den Zahn gefühlt).

Anhand von Veränderungen in der Asparginsäure der Augen kann das Alter eines Wals bestimmt werden. (Asparginsäure ist eine Aminosäure, die in den Linsen der Augen und in den Zähnen vorkommt.)

Thyge Jensen, der mit vielen anderen Experten vor Ort ist, wundert es, dass im Oberkiefer des Wals zwölf Zähne gefunden wurden. Das komme sehr selten vor, meint der pensionierte Biologe. Doch da gehen die Meinungen unter Experten auch schon auseinander. Wie Günther Behrmann mir bei einem Besuch 2007 mitgeteilt hat, haben Pottwale sehr wohl Zähne im Oberkiefer. Diese werden jedoch nicht so groß wie diejenigen im Unterkiefer und werden bei lebenden Exemplaren deshalb auch meist übersehen. Sehr gut zu erkennen sind die Oberkiefer-Zähne bei einem von Günther Behrmann präparierten Pottwal-Skelett im Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven, in der Nähe vom „Zoo am Meer“.

Lesetipps

Ein Pottwal für Münster
Knochenarbeit für die Wissenschaft
Knochenjob im Skelett-Kabinett
Auf den Zahn gefühlt

Ein Kommentar

  1. Ein Rätsel um den toten Pottwal ist gelöst. Das Tier ist verhungert. In seinem Magen befand sich lediglich ein Tintenfisch-Schnabel, der offenbar zu seiner letzten Mahlzeit gehörte. 
    Pottwale tauchen sehr tief, um an ihre Beute – Tintenfische – zu gelangen. Nachdem der Pottwal von Pellworm in seichtere Gewässer gelangt ist, fand er auch keine Nahrung mehr.

    geschrieben von Susanne

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