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Zoos investieren 350 Millionen US-Dollar in Artenschutz


Der Weltverband für Zoos und Aquarien – WAZA – hat seit zwei Monaten einen neuen Geschäftsführer: Dr. Jörg Junhold ist neben seiner neuen Tätigkeit auch noch als Tierarzt und Geschäftsführer für den Zoo Leipzig verantwortlich.

Delfine und Seelöwe in Münster (Foto: Allwetterzoo Münster)

Delfine

In der Basler Zeitung gibt es ein interessantes Interview mit dem Zoo-Experten. Auch das Thema Delfine wird dort angesprochen. So wurde Junhold gefragt, was mit den Delfinen des Zoos Münster geschieht, wenn dieser im nächsten Jahr sein Delfinarium schließen wird. Junhold erklärt, dass die Tiere nicht verkauft werden, da Zoo-Tiere nicht als Ware angesehen werden. Es darf mit ihnen kein Geschäft gemacht werden. Der Empfängerzoo übernimmt lediglich die Kosten für den Transport.

Zuchtprogramme

Wo die Delfine letztendlich untergebracht werden, entscheidet sich danach, in welche Delfingruppe die vier Münsteraner am besten passen. Dafür gibt es Zuchtprogramme, die international koordiniert werden. Für jedes Tier ist eine Datenbank angelegt, die sämtliche Informationen über Geschlecht, Alter usw. enthält. Auch der Stammbaum wird bei vielen Tierarten über mehrere Generationen festgehalten. Diese Informationen werden hergenommen, um zu entscheiden, wo ein Tier am besten untergebracht werden kann. Inzucht soll dabei möglichst verhindert werden. Ziel ist eine möglichst gesunde und stabile Population mit einer hohen genetischen Variabilität.

Wildfänge nur noch Ausnahme

Wildfänge sind in den Zoos des 21. Jahrhunderts zum Glück nur noch die Ausnahme, bestätigt Junhold. Manche Zootiere werden sogar wieder ausgewildert, da die Fortpflanzung in den Tiergärten gut klappt. Junhold denkt dabei vor allem an das Urwildpferd Przewalski, das zuletzt Ende der 1960er-Jahre in freier Wildbahn gesehen wurde. Inzwischen wurde es erfolgreich in der Mongolei angesiedelt. Auch bei anderen Huftieren klappt die Auswilderung gut, sagt Junhold. Bei Raubtieren dagegen sieht es anders aus. Die gewöhnen sich oft zu sehr an den Menschen und suchen dann im Auswilderungsgebiet ebenfalls wieder die Nähe von Menschen. Und das kann zu Konflikten führen, gibt der Zoo-Experte zu bedenken. Er nennt als Beispiel den Amurtiger, dessen Rückführung in seine sibirische Heimat in den 1970er-Jahren gescheitert war.

Hohen Anspruch an Artenschutz

Auch wenn Wiederansiedlungsprojekte bei manchen Tierarten scheitern, investieren Zoos weltweit jedes Jahr 350 Millionen US-Dollar in Artenschutzprojekte, um insbesondere Wiederansiedlungsprojekte und den Erhalt der Lebensräume mitzufinanzieren.
(Das komplette Interview kannst du in der Basler Zeitung lesen.)

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