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Artgerecht ist nur das Meer


Dieser Satz wird immer und immer wieder von Delfinarien-Gegnern bemüht. Doch langsam muss man sich fragen, ob das Meer den Delfinen noch gerecht wird.

Toter Schweinswal (Foto: Susanne Gugeler)

Nach Cape Cod, Peru und dem Golf von Mexiko, wo Abertausende Delfine und Schweinswale tot angespült wurden (siehe dazu diverse MEERESAKROBATEN-Aktuell-Beiträge), vergeht nun kaum ein Tag, an dem nicht an der Küste des Schwarzen Meeres ein Delfin-Kadaver gefunden wird.

Auch vor Touristen-Hochburgen macht der Tod keinen Halt. Viele Urlauber sind entsetzt, wenn sie teilweise schon in Verwesung befindliche Tierkörper am Strand von Sochi oder im Wasser entdecken.

„Alle standen fassungslos hier und starrten auf die kleinen Delfinkörper, die mit dem Bauch nach oben am Strand lagen. Einige tote Tiere trieben außerdem auf dem Wasser“, erzählt die Touristin Aida Kobzh schockiert.

Extreme Meeresverschmutzung

Bereits vor ein paar Wochen begann das Massensterben der Delfine sowohl an ukrainischen als auch an russischen Stränden. 300 verendete Tiere wurden bisher gefunden.

So viele tote Delfine auf einmal gab es am Schwarzen Meer offenbar noch niemals.

Woran die Meeressäuger gestorben sind, kann nicht mehr herausgefunden werden, lautet die Stellungnahme der Behörden. Der Zustand der Kadaver lässt keine Untersuchung mehr zu. Man geht jedoch davon aus, dass Wilderer und Fischernetze für den Tod der Delfine verantwortlich sind. Manche Zoologen wie Konstantin Andramonov tippen auf ein tödliches Virus.

Andere Experten machen die immer größer werdende Verschmutzung des Schwarzen Meeres für das Massensterben verantwortlich. Valery Brinikh von der Umweltschutzgruppe Ecological Watch macht auf die hohe Todesrate aufmerksam. Diese würde nicht für Wilderer oder Fischernetze sprechen, meint sie. Einige Todesfälle kämen jedes Jahr vor, aber nicht Hunderte auf einmal. Sie ist sich sicher, dass das Meer zu verschmutzt ist oder dass die Delfine orientierungslos geworden sind – auch aufgrund der Verschmutzung.

Umweltschützer sagen, dass sich die Schadstoffbelastung speziell um den Ort Sochi in den letzten Jahren stark erhöht habe. Das hänge mit den Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele im Jahr 2014 zusammen, erklären sie.

Die Umweltschützerin Olga Noskovets warnt vor den Folgen der Meeresverschmutzung. Schon jetzt würden immer wieder Urlauber mit Lebensmittelvergiftungen in die Krankenhäuser eingeliefert. Die Patienen hatten Fisch aus der Gegend von Sochi verzehrt …
(Quelle: Black Sea Ecologists Alarmed By Dolphin Deaths)

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