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Mein Ganges, mein Delfin


Es gibt in Indien wieder mehr Ganges-Delfine. So wurden in der ersten Oktoberwoche auf 2.800 Kilometern Länge in den Flüssen Ganges, Jamuna, Son, Ken, Betwa, Shagra und Geruwal 671 Tiere gezählt.

Das waren 71 mehr als im Jahre 2005. Doch von der 1982 ermittelten Population von 5.000 Tieren ist diese Zahl noch weit entfernt. Es wird davon ausgegangen, dass sich ihr Bestand bis heute halbiert hat.

Laut WWF India sterben pro Jahr zwischen 130 und 160 der Süßwasserdelfine. Die Hauptbedrohung stellt der Bau von Dämmen, Schleusen und Kanälen dar, der den Lebernsraum der fast blinden Wassersäuger immer mehr minimiert. Andere Gefahren sind die extreme Gewässerverschmutzung sowie Fischernetze.

Vor drei Jahren war der Ganges-Delfin von Premierminister Manmohan Singh offiziell zum „Nationalen Wassertier“ erklärt worden.

Mit der Aktion „Mein Ganges, mein Delfin“, die u.a. regelmäßige Zählungen beinhaltet, soll dem Delfin das Überleben in Indien, Bangladesch und Nepal möglich gemacht werden. Es wird geschätzt, dass es in allen drei Ländern noch 3.000 Tiere gibt. Im benachbarten Unionsstaat Biha soll ein Delfin-Beobachtungszentrum für wissenschaftliche Forschungen eingerichtet werden. Außerdem sind hier Ausfahrten für Touristen geplant.
(Quelle: Neues Deutschland)

Steckbrief

Größe: 2,10 bis 2,50 Meter
Gewicht: bis 85 Kilogramm
Nahrung: Fische und Krebstiere
Vorkommen: ausschließlich im Süßwasser. Es gibt zwei Unterarten. Platanista g. gangetica lebt innerhalb des Ganges-Brahmaputra-Flusssystems und Platanista g. minor ist im Indus heimisch. Beide Unterarten bevorzugen tiefere Gewässer.

Bestand: Der Indus-Delfin wurde 2001 auf mindestens 1.000 Tiere geschätzt; der Ganges-Delfin auf mehrere 1.000 Individuen (siehe oben).

Der Ganges/Indus-Delfin hat einen kleinen rundlichen Kopf mit einer langen Schnauze (bei Weibchen länger als bei Männchen), die am vorderen Ende etwas breiter ist. Bei geschlossenem Mund sind die spitzen Zähne sichtbar. Die Delfine haben winzige Augen und breite, paddelförmige Flipper, auf denen sich die Arm- und Fingerknochen abzeichnen. Die Finne ist zu einem niedrigen, dreieckigen Buckel reduziert. Die Körperfärbung ist einheitlich grau und wird im Alter etwas fleckig.

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