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Jederzeit kann Jagd auf Grindwale beginnen


Die Tage auf der Nordhalbkugel werden wieder länger. Das trifft auch auf die Färöer Inseln zu, die zwischen Schottland und Island liegen. Jederzeit können die Grindwal-Jäger aufbrechen, um eine in der Nähe der Küste schwimmende Delfinschule (Grindwale gehören zu den Delfinen) zu fangen und zu töten.

Getötete Grindwale auf den Färöer Inseln (Foto: Project Blue Sea)

Getötete Grindwale auf den Färöer Inseln (Foto: Project Blue Sea)

2011 wurden bei neun Jagden 726 Grindwale getötet (Quelle: Wikipedia). 2012 waren es bei zwölf Jagden 716 Tiere, die den Jägern zum Opfer fielen (Quelle: OceanCare). In manchen Jahren fahren die Boote nicht raus aufs Meer. Leider kommt das nur sehr selten (wie zum Beispiel 2008) vor.

Anmaßende Argumentation

Die Schweizer Tierschutzorganisation OceanCare findet die Argumentation der Färinger, sie würden nachhaltig handeln, anmaßend. „Würden alle Atlantik-Anrainerstaaten Europas und Nordamerikas mit einer Bevölkerung von rund 400 Millionen Menschen dieselben Ansprüche stellen, wären die Grindwale in wenigen Monaten ausgerottet“, halten die Mitglieder von OceanCare dagegen.

Auch wenn die Grindwale – laut Färinger – in ihrem Bestand nicht gefährdet sind, so sind die Tiere außer durch die Jagd durch mannigfaltige andere Gefahren bedroht. Dazu zählen u.a. Meeresverschmutzung (Grindwalfleisch ist stark belastet mit Quecksilber und anderen Giften und daher für den menschlichen Verzehr nicht geeignet), Überfischung, Unterwasserlärm, Schiffsverkehr und Klimawandel.

Unverständliche Tradition

Für OceanCare ist es „unverständlich, dass die Färöer Inseln an dieser Tradition aus Wikingerzeiten festhalten und ihre Gesundheit mit kontaminiertem Fleisch gefährden.“ Dies passe nicht „zu dem ansonsten sehr fortschrittlichen, gebildeten, offenen, wohlhabenden und äußerst gastfreundlichen Inselvolk.“ OceanCare setzt sich deshalb weiterhin beherzt für ein möglichst baldiges Ende des sogenannten „Grindadráp“ ein – gemeinsam mit den färöischen Freunden.
(Quelle: OceanCare)

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Ein Kommentar

  1. Als Teil von Dänemark gehören die Färöer-Insel zur EU. Von daher ist das Ganze noch weit unverständlicher und beschämender, als es ohnehin schon ist.

    Briefe an die EU-Kommission und die diplomatischen Vertretungen Dänemarks sollten daher zur Freizeitbeschäftigung eines jedes ernst zu nehmenden Delfinschützers gehören.

    Eine gute Adresse für Anfragen und Beschwerden findet sich hier: http://ec.europa.eu/dgs/environment/index_en.htm http://ec.europa.eu/environment/who_is_who_en.htm

    Übrigens: Selbst Spanien hat die Stierkämpfe aufgegeben – und das, obwohl dazu ausschließlich Zuchttiere verwendet wurden.

    Dann muss es doch auch möglich sein, diese völlig sinnlose und sinnfreie Massenabschlachtungen von Tieren zu beenden, die im CITES-Abkommen in Anhang II (Handelsverbot) gelistet sind, endlich zu beenden.
    http://www.cites.org/eng/app/2013/appendices-eng-

    geschrieben von Norbert

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