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Laut, lauter, leblos


Zum „World Oceans Day“ am 8. Juni startet eine internationale Koalition aus Artenschutzverbänden mit Silent Oceans eine intensive Kampagne gegen Unterwasserlärm.

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Unter der Leitung von OceanCare verfolgen die Organisationen das Ziel, die Meeresbewohner in Zukunft wirksam vor Lärm zu schützen. Im Fokus der Kampagne stehen die drei größten Lärmverursacher: Militär, Ölindustrie und Schifffahrt.

Schallpegel verdoppelt sich alle 10 Jahre

Seit Jahren verbessert sich unser Wissensstand über die Gefahren und Folgen intensiver Lärmquellen für das marine Ökosystem: Die Kommunikation von Meeressäugern wird überlagert und Wale stranden. Aber auch Fischschwärme kollabieren, Meeresschildkröten fliehen. Sogar Korallenlarven werden in ihrer Existenz bedroht. Hauptverantwortlich für den Unterwasserlärm sind Militärsonare, die Suche nach Rohstoffen und der starke Schiffsverkehr. In manchen Meeresgebieten hat sich seit 1950 der Schallpegel alle zehn Jahre verdoppelt.

Die UNO zählt Unterwasserlärm zu den fünf größten Gefahren für Meeressäuger. Trotzdem gibt es bis heute kaum konkrete Maßnahmen zur Reduktion von Unterwasserlärm.

Den Meeresbewohnern muss Gehör verschafft werden

„Militärs wollen sich mit dem Verweis auf die nationale Sicherheit jeglicher Verantwortung entziehen und die Ölindustrie ignoriert aus Kostengründen bereits vorhandene Technologien zur Reduzierung bedrohlicher Lärmpegel. Also brauchen wir die Öffentlichkeit, um den Meeresbewohnern Gehör zu verschaffen“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare und Leiterin der Kampagne. „Doch gerade das ist eine enorme Herausforderung. Wir müssen ein sehr komplexes und schwieriges Thema verständlich kommunizieren, um den Menschen die Tragweite der Bedrohung zu vermitteln“, so Lüber.

10-Punkte-Plan

Die Silent-Oceans-Kampagne folgt einem 10-Punkte-Plan, um in den Ozeanen für mehr Ruhe zu sorgen. Der Plan umfasst folgende Forderungen:

1. Die Lärmverschmutzung im Meer muss von der UN-Generalversammlung, regionalen Abkommen, multilateralen Umweltabkommen und Organisationen sowie nationalen Gesetzgebungen als ein ernst zu nehmendes Problem anerkannt und angegangen werden.

2. Zur Reduktion und Regulierung von Unterwasserlärm muss eine verbindliche globale Strategie ausgearbeitet werden z.B. durch Anwenden des Vorsorgeprinzips, Entwickeln effektiver und verbindlicher Richtlinien zur Lärmreduktion sowie Erstellen von Biosphären-Reservaten, UNESCO-Marine-Welterbe-Zonen und Schutzgebieten.

3. Bislang sind erst knapp 2% der Meere als Schutzgebiete ausgezeichnet. Es müssen dringend weitere für Meeressäuger und die marine Artenvielfalt wichtige Gebiete zu Schutzgebieten erklärt werden.

Pressematerial von OceanCare

Pressematerial von OceanCare

4. Für Unterwasserlärm muss international eine Obergrenze festgelegt und der Lärmpegel soll in den Ozeanen überwacht sowie Auswirkungen untersucht werden. (…)

5. Seismische Tests zur Sondierung von Öl- & Gasvorkommen sowie deren Förderung müssen in sensiblen Lebensräumen verboten werden. Tiefseebohrungen dürfen im Mittelmeer grundsätzlich nicht zugelassen werden.

6. Militärmanöver sollen ausschließlich in wissenschaftlich nachgewiesenen Meereswüsten durchgeführt werden, also fernab von Gebieten mit reicher mariner Artenvielfalt.

7. Alternative Technologien müssen gefördert werden. Zur seismischen Sondierung von Öl- und Gasvorkommen am Meeresgrund z.B. anstelle der extrem lauten Luftdruckkanonen die Marine Vibroseis, die bei 1.000 Mal geringerem Lärm präzisere Daten liefern. (…)

8. Die Schifffahrt wird zur Entwicklung leiserer Motoren und zur Optimierung des Schiffsdesign im Sinne der Lärmreduzierung angehalten. (…)

9. Verursacher müssen hinsichtlich der Umweltauswirkungen ihrer Lärmemissionen zur Verantwortung gezogen werden können.

10. Die Nahrungssicherheit für Tier und Mensch muss bei der Lärmregulierung stärker berücksichtigt werden.

Mittelmeer

Besonderes Augenmerk wird auf die Entwicklungen im Mittelmeer gerichtet. Für Millionen von Touristen ist das Mittelmeer weiterhin der Ort, um Ruhe zu finden. Eine Idylle, die in der Unterwasserwelt des europäischen Hausmeeres längst verloren gegangen ist.
(Quelle: OceanCare)

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