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Diskussion in Tokio über Delfin-Treibjagd


Erstmals fand am 10. August 2014 ein Treffen zwischen Vertretern des Weltzooverbandes WAZA, des japanischen Zooverbands JAZA und japanischen Tierschützern statt. Unter Vermittlung von OceanCare erklärte sich die Schweizer Botschaft in Tokio bereit, den Rahmen für dieses – laut OceanCare – historische Meeting zu geben.

Land der blutenden Buchten

Land der blutenden Buchten

Diskussionsthema war die Treibjagd auf Delfine in Taiji.

JAZA beteiligt sich nur im geringen Umfang an Treibjagd

Kazutoshi Arai, Präsident des japanischen Aquarien- und Zooverbands (JAZA), machte deutlich, dass die Entnahme von Delfinen für JAZA-Institutionen relativ gering ist im Vergleich zu der großen Nachfrage für den Export von Delfinen in viele Nicht-JAZA-Institutionen z.B. in China. Auch wäre die direkte Nachfrage nach Delfinfleisch für den Verzehr in Japan wesentlich höher als die Anfrage von Lebendfängen bei den JAZA-Einrichtungen.

Moratorium wurde nicht akzeptiert

Die WAZA-Vertreter, Präsident Lee Ehmke, Executive Director Gerald Dick und die stellvertretende Vorsitzende des Aquarium-Ausschusses Suzanne Gendron, setzten sich für ein Moratorium ein, innerhalb dessen der Fang von Delfinen für Aquarien für zwei Jahre unterbrochen werden solle, damit man die Möglichkeit hat, Alternativen zu entwickeln. Leider bezeichnete dies JAZA als unrealistisch und akzeptierte daher das Konzept eines Moratoriums nicht.

Einen weiteren Vorschlag von WAZA, die Jagd und die Fangaktivitäten komplett getrennt zu betrachten, will JAZA überdenken.

JAZA will Beteiligung an Lebendfängen reduzieren

Der japanische Zooverband befasste sich dann mit einer Reihe von Änderungen zu den derzeitigen Praktiken, welche Umfang und Auswirkungen der Beteiligung der JAZA-Mitglieder bei den jährlichen Lebendfängen reduzieren soll.

Die Vertreter des Weltverbands zeigten zwar ihre Anerkennung für diese positive Geste, doch sie gaben auch zu bedenken, dass dies nur als ein Anfang gesehen werden kann und dass mehr inhaltliche Veränderungen folgen müssten.

Offener Dialog soll fortgeführt werden

Noch diesen Monat, also vor Eröffnung der Delfinjagd-Saison in Taiji, soll es zu einem weiteren Treffen zwischen Vertretern von Elsa (Elsa Nature Conservancy) und JAZA kommen.

Obwohl die mit Spannung erwartete Sitzung die WAZA-Erwartungen verfehlte, wird der Weltverband weiterhin alle Möglichkeiten forcieren, um die Delfin-Treibjagd zu beenden, und weitere Schritte und Konsequenzen prüfen.

Im Wal-Museum von Taiji läuft der Delfin-Handel ab. (Foto: Wikipedia)

Im Wal-Museum von Taiji läuft der Delfin-Handel ab. (Foto: Wikipedia)

Hintergrund zum Weltverband der Zoos und Aquarien

Zitat WAZA: „Der Weltverband der Zoos und Aquarien (WAZA) ist eine globale Organisation, die die Grundsätze, Richtlinien, Praktiken und Strategie für Zoos und Aquarien weltweit harmonisiert.

Durch regionale Verbände (Anmerkung MEERESAKROBATEN: zu denen auch JAZA gehört) erreicht WAZA über 1.300 führende Zoos und Aquarien. WAZA ist der einigende Vertreter der globalen Zoo- und Aquarium-Community und arbeitet in Partnerschaft mit internationalen Naturschutzorganisationen wie IUCN und anderen Nicht-Regierungs-Organisationen, um für hohe Tierschutzstandards einzutreten und Naturschutz in Zoos und Aquarien (ex situ) und in der Natur (in situ) zu erreichen.“

WAZA – Zahlen und Fakten

Zitat WAZA: „Mit mehr als 700 Millionen Besuchern pro Jahr haben die 1.300 Zoos und Aquarien, die Teil des WAZA-Netzwerks sind, die einzigartige Möglichkeit, zu werben, zu begeistern und öffentliches Engagement für Arten und Lebensraumschutz zu mobilisieren. Die „Biodiversity Is Us–Kampagne“ ermöglicht es den Besuchern, eine direkte Verbindung zwischen den Menschen und der Tierwelt zu erfahren.

Zoos und Aquarien klären die Öffentlichkeit auf über die Erhaltung der Artenvielfalt und damit die Förderung einer ökologisch nachhaltigen Entwicklung und den sozialen und politischen Wandel.

Einige der von den Zoos und Aquarien generierten Einnahmen sind Freilandforschungen auf der ganzen Welt gewidmet. Gemeinsam trug die Summe der Bemühungen von Zoos und Aquarien dazu bei, die Beiträge der anderen weltweit führenden Naturschutzorganisationen zu erreichen und sogar zu übertreffen.

Da 70 % der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2030 in Städten leben, bieten Zoos und Aquarien eine wichtige Verbindung hinsichtlich der Bedeutung der biologischen Vielfalt in unserem Leben.“

WAZA distanziert sich von der grausamen Treibjagd in Taiji

WAZA distanziert sich auch auf seiner Website vehement von der grausamen Treibjagd in Taiji und betont, dass das Taiji Whale Museum (der Umschlagplatz für den Verkauf von Delfinen an asiatische Aquarien und Vergnügungsstätten, siehe Foto) nicht Mitglied der WAZA sei.
(Quellen: WAZA und OceanCare)

Lesetipps zum Thema

* Delphintreibjagd – Meeting in Schweizer Botschaft in Tokio
* SOS – Japan
* Weltzooverband verurteilt Treibjagd auf Delfine
* Stellungnahme von WAZA zur Delfin-Treibjagd

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