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Martin Luther hatte einen Fußschemel aus Walknochen


Gestern haben die MEERESAKROBATEN über clevere Pottwale berichtet, heute geht es um ein gigantisch großes Skelettteil eines Wals.

Walfang in Grönland (Foto: Frank Blache)

Walfang in Grönland
(Foto: Frank Blache)

Ein riesiges Walschulterblatt ziert die Ausstellung im Phyletischen Museum in Jena. („Phyletisch“ bedeutet die Stammesgeschichte betreffend.)

In küstennahen Gegenden wurden aus den Überresten von Walen Gebrauchsgegenstände gefertigt, erklärt Privatdozent Dr. Hans Pohl das außergewöhnliche Schaustück. „Man verwendete die Knochen zum Hausbau, es gibt aber auch Kochtöpfe und Bügelbretter aus Walknochen, wie man von Grabbeigaben weiß“, so Pohl. Martin Luther hätte sogar einen Fußschemel aus einem Wal-Wirbelknochen besessen. Hans Pohl vermutet, dass dahinter ein Glaubensbezug stecke. Schließlich wird der Wal im Buch Jona erwähnt.

Zurück zum bemalten Walschulterblatt, das von einem Grönlandwal stammt. Darauf abgebildet sieht man Szenen aus dem Walfang. Die Bemalung stammt offenbar aus dem 17. Jahrhundert. „Durch Gottes sorgende Hand fängt man den Walfisch an der Nordkante“, kann man auf dem Schulterblatt außerdem in Altniederländisch lesen. Vielleicht diente das Schulterblatt als Wirtshausschild. Doch das ist nicht sicher.
(Quelle sowie Foto vom Walschulterblatt: Thüringische Landeszeitung)

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Expedition Grönland – auf der Suche nach Walen

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