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Namibia: Delfinfang in großem Stil?


Die Jagd auf Delfine, die wir vor allem aus Japan (Taiji), aus Peru, von den Salomonen und von den Färöer Inseln her kennen, scheint nun auf Namibia (Südwestafrika) ausgeweitet zu werden.

Schwarzdelfin/Neuseeland (Foto: Anne Jerkel)

Schwarzdelfine kommen in namibischen Gewässern vor. Dieser hier wurde in Neuseeland fotografiert.
(Foto: Anne Jerkel)

Die Gier nach Wildfängen scheint in chinesischen und anderen asiatischen Aquarien und Ozeanarien immens zu wachsen.

Delfine und andere Meerestiere für chinesische Aquarien

In diesen Tagen wurde bekannt, dass auch Namibia und China auf Delfinfang gehen wollen. So kann man es zumindest in verschiedenen Veröffentlichungen im Internet lesen.

Gejagt werden soll in namibischen Gewässern. Neben kleineren Delfinarten sind auch Orcas, Robben und Pinguine Ziel der Begierde.

Nicht nur besorgte Tierschützer protestieren gegen dieses Vorhaben zweier Fang-Unternehmen, sondern auch der namibische Verband der Maritimen Touranbieter.

Fischereiministerium bestätigt nur einen Teil des Antrags

Den Fangantrag gestellt haben das namibische Unternehmen Welwitschia Aquatic and Wildlife Scientific Research Pty Ltd und das chinesische Partnerunternehmen Beijing Ruier Animal Breeding and Promoting Co. Die Tiere sollen an chinesische (evtl. auch an andere asiatische) Ozeanarien und Aquarien verkauft werden.

Offenbar ging bereits vor Monaten beim namibischen Fischereiministerium ein Antrag auf die Jagdgenehmigung ein. Bestätigt wurde von dort allerdings lediglich dass ein Antrag zum Fang von Kap-Pelzrobben gestellt worden sei.

Touranbieter fürchten um ihre Existenz

Theunis Keulder von der Marine Tour Association of Namibia wendet sich vehement gegen dieses Vorhaben der beiden Fang-Unternehmen. Die Bucht von Walvis Bay (übersetzt „Wale-Bucht“) und das Gewässer bei Lüderitz seien beliebte Ausflugszielen von Einheimischen und Touristen. Durch den Fang von Meerestieren in diesen Gewässern würde ein wichtiger Tourismuszweig gefährdet werden. Vor Namibias Küste gebe es nur wenige Große Tümmler sowie Schwarz– und Heaviside-Delfine.

Theunis Keulder besitzt drei Katamarane, mit denen er Beobachtungstouren in der Walvis Bay anbietet.

Widerspruch zu Umweltschutz-Verpflichtung

Eine Vergabe der Fangrechte würde in direktem Widerspruch zur Verpflichtung der namibischen Regierung, sich für Umweltschutz, Naturschutz und Förderung des Tourismus einzusetzen, stehen, gibt Keulder zu bedenken.

Die beiden Fang-Unternehmen brüsten sich offenbar damit, 30 Millionen Namibia-Dollar (ungefähr 2 Millionen Euro) für das Vorhaben zu investieren. Sie wollen „überschüssige“ Meeressäuger und Pinguine lebend fangen und exportieren.

Die Gesellschaft zur Rettung der Delfine (GRD)/München hat einen Petitionsbrief veröffentlicht, der an das namibische Fischereiministerium geschickt werden soll mit der Bitte, keine Genehmigung für den Fang und Export von lebenden Meerestieren zu erteilen.
(Quellen: Allgemeine Zeitung Namibia, Gesellschaft zur Rettung der Delfine (GRD)/München und Biodiversity Report for theMunicipality of Walvis Bay)

In Deutschland verzichtet man schon lange auf Wildfänge

In den beiden deutschen Delfinarien in Duisburg und Nürnberg werden schon seit weit über 20 Jahren keine Wildfänge mehr aufgenommen. Über zwei Drittel der dort gehaltenen Großen Tümmler stammen aus Nachzuchten, manche sogar bereits in der zweiten Generation. Sowohl der Duisburger Zoo als auch der Nürnberger Tiergarten lehnen Wildfänge in der heutigen Zeit vehement ab.

Ein Kommentar

  1. Und PETA verkündete unlängst noch in einer Meldung über ihr 100.000-€-Angebot an den Duisburger Zoo, die Delphinhaltung ginge weltweit dem Ende entgegen…

    geschrieben von Dani

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