Themen: ,

Über 200 Delfine wurden gefangen


Nach Angaben der Datenbank CetaBase sind vor ein paar Tagen über 200 pazifische Große Tümmler (Tursiops truncatus gilli) in die Todesbucht von Taiji/Japan getrieben worden.

Fischer transportieren Delfine ab (Foto: Boyd Harnell))

Lebendfänge für asiatische Länder

Bisher wurden 82 Tiere aussortiert, um später an Marine Parks in asiatische Länder verkauft zu werden.

Vor allem China und Einrichtungen in Japan sind große Abnehmer von Delfinen. Da dort die Nachzucht offenbar nicht gelingt, werden immer wieder „frische“ Delfine angefordert.

Wie viele der über 200 Delfine getötet und wie viele freigelassen werden, ist noch nicht abzusehen.

Berichten in Facebook zufolge sollen etwa 150 Delfine freigelassen worden sein (Stand: 24. Januar 2017).

Nachtrag vom 28. Januar 2017: CetaBase hat nun die Liste der gefangenen Delfine aktualisiert. Insgesamt wurden am 20. Januar 300 pazifische Große Tümmler gefangen. 100 wurden als Lebendfänge behalten und 196 wurden wieder freigelassen. 4 Tiere kamen ums Leben. Geschlachtet wurde kein Delfin.

„The Cove“ hat nichts bewirkt

Auch in den letzten Jahren wurden immer wieder große Delfin-Gruppen gefangen.

Der vor sieben Jahren mit dem Oscar ausgezeichnete Dokumentarfilm The Cove sollte die ganze Welt aufrütteln und viele Menschen dazu bringen, gegen das barbarische Töten von bis zu sieben unterschiedlichen Delfinarten im kleinen Fischerort Taiji zu protestieren.

Doch der ganze Protest sowie andere Maßnahmen – zum Beispiel befinden sich sogenannte Cove Guardians verschiedener Organisationen vor Ort, um das Geschehen zu dokumentieren und über die öffentlichen Netzwerke zu verbreiten – nützen nichts.

In Japan ist das Fangen und Töten von Delfinen weiterhin erlaubt und die weltweite Kritik gegen das Abschlachten der Delfine verhallt.

Auch 2014 riesiger Fang

Auf der Website von CetaBase kann man sehen, dass vor ziemlich genau drei Jahren (nämlich am 17. Januar 2014) eine etwa gleich hohe Anzahl an pazifischen Großen Tümmlern gefangen wurde. Von den 233 Tieren wurden damals 46 getötet, 47 wurden als Lebendfänge in Meeresgehege gebracht und 140 Delfine wurden wieder in die Freiheit entlassen.

Die offizielle (blutige) Bilanz der aktuellen Jagd liegt noch nicht vor.

Meeresparks werden vom Zooverband ausgeschlossen

Wie ich hier auf meiner Website bereits berichtet habe und wie auch die Wal- und Delfinschutz-Organisation WDC/München mitteilte, verkündetete der japanische Zoo- und Aquarienverband (JAZA) vor zwei Jahren, dass für Mitglieder die Aufnahme von Lebendfängen aus Taiji nicht länger gestattet sei.

Diese Entscheidung hat JAZA getroffen, nachdem der Weltzooverband WAZA angedroht hatte, dass Mitglieder, die weiterhin Delfine aus der Treibjagd aufnehmen würden, aus dem Verband ausgeschlossen würden.

Die WAZA (World Association of Zoos and Aquariums) verurteilt bereits seit vielen Jahren die Treibjagd in Taiji, da diese nicht mit dem Ethik-Kodex der WAZA vereinbar ist.

Boykottaufrufe bewirken Gegenteil

Es müsste allen Delfinariengegnern, die jegliche Delfinhaltung ablehnen, klar sein, dass sie den wissenschaftlich geführten und der WAZA angeschlossenen Zoos schaden.

Boykottaufrufe gegen seriös geführte Einrichtungen (wie z.B. in Nürnberg oder Duisburg), welche die Treibjagd auf Delfine öffentlich verurteilen, nützen ausschließlich zwielichtigen Einrichtungen, die nicht dem Weltzooverband angeschlossen sind und sich somit keinem Standard beugen müssen. Diese werden auch weiterhin Delfine aus Taiji anfordern.

Also bitte genau überlegen, bevor ihr Organisationen auf den Leim geht, welche behaupten, die Schließung der beiden deutschen Delfinarien würde die Treibjagd in Taiji beenden.

In Deutschland verzichtet man bereits seit Jahrzehnten auf neue Wildfänge

Einmal davon abgesehen, stammt keiner der 14 Großen Tümmler in Nürnberg und Duisburg aus Taiji. Die wenigen Wildfänge, die vor Jahrzehnten in die Zoos gebracht wurden und heute noch leben, sind atlantische Große Tümmler und nicht pazifische Große Tümmler.

Bereits seit mindestens 20 Jahren verzichtet man in Nürnberg und Duisburg auf neue Wildfänge. Der größte Teil der Delfine dort sind Nachzuchten.

Hintergrundinformationen über die Delfin-Treibjagd, die immer zwischen September und März ausgeübt wird, erhaltet ihr auf dieser Website unter SOS – Japan, Land der blutenden Buchten.

Lesetipp

Blinde Wut und Fehlinformationen retten keinen einzigen Delfin

Ein Kommentar

  1. Meiner Ansicht nach geht’s den Tierrechtsorganiosationen (insbesondere den beiden Einmann-Organisationen) doch gar nicht um die Delfine von Taiji sondern nur um Aufmerksamkeit und möglicherweise sogar um Spenden.Für die Delfine erreicht haben sie nichts! Eher das Gegenteil haben sie mit ihren sinnlosen Computer-Aktionen heraufbeschworen.

    geschrieben von Rüdiger

Schreibe einen Kommentar zu Rüdiger Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.