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30 Plastiktüten im Wal-Magen


In Norwegen ist ein Cuvier-Schnabelwal getötet worden, nachdem er in der Nähe der Insel Sotra immer wieder in Richtung Land geschwommen war. Man ging davon aus, dass das Tier krank war.

Cuvier-Schnabelwal
(Illustration: Jörg Mazur)

Diese Meinung wurde während der Obduktion bestätigt. Forscher der norwegischen Universität Bergen fanden nämlich 30 Plastiktüten und jede Menge Mikroplastik im Magen des Tieres.

Das Tier war abgemagert

Auf dem verschluckten Unrat konnten die Forscher dänische und englische Aufschriften erkennen. Der Darm des Wales war fast völlig leer und seine Speckschicht sehr dünn. Das lässt darauf schließen, das er kurz vor dem Verhungern stand. Wahrscheinlich hat das Plastik einen Pfropfen im Magen gebildet.

Der Zoologe Terje Lislevand nimmt an, dass der Wal sehr gelitten hat und deshalb flaches Gewässer aufgesucht hätte.

Wie der Cuvier-Schabelwal in diese Gegend kam, weiß man nicht, denn diese Walart kommt in nördlichen Gewässern kaum vor. Der über zwei Tonnen schwere Kadaver soll nun für das Naturhistorische Museum in Bergen aufbereitet werden.
(Quelle: Augsburger Allgemeine)

Rekordhalter im Tiefseetauchen

Der Cuvier-Schnabelwal ist der Meister im Tiefseetauchen. Mithilfe von Sendern konnten Forscher herausfinden, dass er bis zu 2.992 Meter tief tauchen und 140 Minuten ohne Luft zu holen unter Wasser bleiben kann.

In der Foto-Galerie findest du einen kurzen Film, auf dem du Cuvier-Schnabelwale siehst. Ich hatte die Tiere im August 2015 im Ligurischen Meer (Italien) beobachtet.

7 Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    ich bin ja gerade in Singapur. So vorbildlich das Land in Sachen Sauberkeit und auch beim Naturschutz sonst ist – in Sachen Plastik gibt es hier auch noch Verbesserungsbedarf.
    Selbst wenn ich hier nur eine Postkarte kaufe, bekomme ich hier eine Plastiktüte, auch wenn ich sage, dass ich keine brauche – und beim Wochenendeinkauf kommt man zuletzt mit über einem Dutzend Plastiksäckchen heim. So viel brauche ich in Deutschland vielleicht im Jahr an Mülltüten…

    geschrieben von Oliver
    1. Das ist interessant, Oliver, vielen Dank für die Information!

      geschrieben von Susanne
  2. Nachtrag zu meinem Kommentar:

    Bei Acryl (Dichte 1,18 g/cm³) könnte ich mir vorstellen, dass es „etwas“ absinkt. Richtig absinken wird wohl nur Polyester (Dichte bis 1,5 g/cm³).

    Nichtsdestotrotz ist es eine Riesensauerei.

    Nach meinem Dafürhalten sind „unten“ aber nicht die Einkaufstüten aus PE und PP.

    geschrieben von Rüdiger
    1. Vielen Dank für die fachliche Ergänzung, Rüdiger!

      geschrieben von Susanne
  3. Bettina,

    wie kannst Du sagen, dass DAS Plastik ganz unten angekommen sei? Erst mal gibt es nicht „DAS Plastik“.

    Polyethylen z.B. (Plastiktüten) hat eine Dichte von 0,94 bis 0,97 g/cm³, Polypropylen (Plastiktüten in der Apotheke – also die, die knistern) haben eine Dichte von nur 0,895 bis 0,92 g/cm³. Wie soll das im Meerwasser absinken?

    Da hätte ich dann schon eine Bestätigung für die §Ganz-unten-These“. Einfach so stehen lassen kann ich die Behauptung nicht.

    geschrieben von Rüdiger
  4. Danke für die Info!
    Das ist so bitter.
    Vor ca 18 Jahrne hatten wir eine große Strandungsserie von Pottwalen – von Plastik in den Mägen keine Spur.
    Im vergangenen Jahr bei der Strandungsserie ging es dann los mit dem Plastik im Magen. Zum ersten Mal hatten die Pottis Plastik im Magen (Auch wenn das nicht die Todesursache war).
    Und Pottwale u Schnabelwale sind Tiefseejäger. Das heißt, dass das Plastik jetzt ganz unten angekommen ist. Bei den Seevögeln is das Problem schon länge roffensichtlich. Es gibt mittlerweile viele verhungerte Küken, weil in die Mägen nichts mehr reinpaßt.

    geschrieben von Bettina Wurche
    1. Vielen Dank für deine Ergänzungen, Bettina!

      geschrieben von Susanne

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