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Zoo-Delfine sind gesünder


Laut einer US-Studie von Patricia Fair (Medizinischen Universität von South Carolina) und ihren Kollegen sind Delfine, die in menschlicher Obhut leben, gesünder als ihre Artgenossen im Meer.

Die neugierigen Duisburger
(Foto: Rüdiger Hengl)

Vor allem Umweltgifte an der US-Atlantikküste machen den Meeressäugern zu schaffen.

Über die Hälfte der wildlebenden Delfine sind krank

Für ihre Untersuchungen verglichen die Wissenschaftler zwei Delfin-Populationen: einmal Große Tümmler in zwei Aquarien in den US-Bundesstaaten Georgia und Kalifornien sowie wilde Artgenossen in Gewässern vor Florida und South Carolina.

Klinisch unauffällig war bei den wildlebenden Delfinen weniger als die Hälfte der Tiere. Bei vielen wurde eine hohe Immunabwehr festgestellt, die als Zeichen von Krankheiten gewertet wird.

Umweltgifte, verschmutztes Wasser sowie Parasiten gibt es in Delfinarien nicht. Dementsprechend gut sah der Gesundheitszustand der in menschlicher Obhut gehaltenen Tiere aus.

Tumore und Infektionen

Bei vielen der insgesamt 360 wildlebenden Delfinen, die in die Studie mit einbezogen wurden, diagnostizierten die Forscher Tumore und Infektionen. Auch antibiotikaresistente Keime wurden gefunden. Außerdem wurde bei vielen Delfinen ein hoher Bleiwert festgestellt, andere trugen Rückstände von aus chemischer Produktion stammenden organischen Chemieabfällen in sich.
(Quellen: Zoo-Delfine gesünder als wilde Artgenossen, Studie: The environment as a driver of immune and endocrine responses in dolphins (Tursiops truncatus))

Auch diese Studie ist ein Beweis dafür, dass es den Tieren in wissenschaftlich geführten Delfinarien (zu denen auch der Nürnberger Tiergarten und der Duisburger Zoo zählen) gut geht.

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7 Kommentare

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  2. Was außerdem auffällig ist. Delfinarienbewohner weisen in aller Regel sehr viel weniger Rake-marks und ähnliche Verletzungen auf, als wildlebende Delfine.

    Als ich zum ersten mal einen wild lebenden großen Tümmler (ein Weibchen mit Kalb) gesehen habe, war ich erst einmal entsetzt: So viele Schrammen und Rake-Marks hatte ich bei einem Delfin noch nie gesehen. Allerdings meinten die anwesenden Biologen und Veterinäre, dass dies ganz normal sei.

    Ganz offensichtlich ist das Leben in freier Wildbahn auch in dieser Hinsicht ein ständiger Kampf und hat wenig bis gar nichts mit den verklärten Vorstellungen einiger selbsternannter „Tierschützer“ zu tun.

    geschrieben von Norbert
    1. Stimmt, das lässt vermuten, dass die Sozialstruktur in den Delfinarien doch weitgehend funktioniert. Das liegt sicher auch daran, dass es keinen Futterneid gibt, da alle ihre Ration bekommenund kein Tier hungern muss

      geschrieben von Oliver
  3. Das freut mich natürlich für die Delfine in den Delfinarien, dass es ihnen gesundheitlich gut geht. Nur eine Sache ist mir noch etwas unklar: wenn die Delfine in den Delfinarien nur so selten mit Krankheiten in Kontakt kommen, dann hat das auch zur Folge, dass das Immunsystem nicht so gut ausgeprägt ist, aber auch das ist ja wichtig. Das Problem gibt es ja auch bei uns Menschen, weshalb man Eltern empfiehlt, Kinder ruhig auch mal im Dreck spielen zu lassen. Wie begegnet man in den Tierparks diesem Thema? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die Tümmler absichtlich mal in nicht aufbereitetem Wasser planschen lässt…
    Oder ist das Immunsystem der Delfinariumsdelfine auch so ausreichend fit?

    geschrieben von Oliver
    1. In einigen Anlagen (z.B. Nürnberg) hat man daher die Chlor-Anlage nur noch, um im Falle von gefährlichen Infektionen eingreifen zu können, indem man das Wasser sterilisiert und damit die weitere Ausbreitung stoppt.

      Im Normalbetrieb lässt man dagegen eine kontrollierte Verkeimung (auch mit harmloseren Krankheitserregern) zu, um das Immunsystem der Tiere auf Trab zu halten. Um das Wasser nicht trüb werden zu lassen und die Keimzahl zu begrenzen wird in der Reinigung Ozon und/oder UV-Licht eingesetzt, das aber nicht ins Becken gelangt.

      Andere Anlagen (vor allem in Südeuropa) fahren nach wie vor mit entkeimtem (gechlorten) Wasser, was aber offensichtlich den Tieren auch nicht weiter schadet.

      Was für eine Anlage man vor sich hat, ist übrigens leicht zu erkennen: Ungechlorte Anlagen haben praktisch immer einen Algenbewuchs im Becken, gechlorte Anlagen dagegen sind „sauber“.
      Riechen kann man das Chlor in ordentlich geführten Anlagen normalerweise nicht – dazu wird es zu genau und zu sparsam dosiert (anders als in US-amerikanischem Leitungswasser :-P ).

      geschrieben von Norbert
      1. Danke für die Info, Norbert. Hab schon wieder was Neues gelernt =)

        geschrieben von Oliver
  4. Ich hab nichts anderes erwartet. Haben die Tieren in Menschenobhut doch bestmögliche Fürsorge und Pflege.

    geschrieben von Rüdiger Hengl

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