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Forschung in Delfinarien


Die Tierärztin des Duisburger Zoos (Dr. Kerstin Ternes) sowie der zoologische Leiter im Loro Parque auf Teneriffa (Wolfgang Rades) erklären in einem Video-Beitrag von Zoos-Media, wie wichtig die Forschung in Delfinarien für wild lebende Tiere ist.

Forschung seit über 50 Jahren

Schon von Anbeginn der Delfinhaltung (in den 1960er-Jahren) wird im Duisburger Delfinarium Forschung betrieben.

Ein Thema ist beispielsweise die Ausstattung von Delfinen mit Sendern. Über Sender kann man Daten aus dem Lebensraum von Meeressäugern erfassen und dadurch mehr über ihre Fressgewohnheiten und ihr Verhalten erfahren.

Doch wie muss solch ein Sender beschaffen sein, wie haftet er am besten auf der Haut der Delfine? Diesen Fragen geht man in einem Delfinarium nach.

Bevor der Sender bei wild lebenden Delfinen eingesetzt werden kann, muss nämlich gewährleistet sein, dass er perfekt sitzt. Daher wird die Haftung an Tieren, die in menschlicher Obhut leben, getestet.

Studien zu den Sinnen

Es gibt außerdem viele Studien zu den Sinnen und zur Echoortung des Delfins.

Dabei arbeitet der Zoo Duisburg eng mit Prof. Dr. Vincent Janik von der Universität St. Andrews/Schottland zusammen .

Der Wissenschaftler befasst sich seit über 20 Jahren vor allem mit dem Großen-Tümmler-Weibchen Pepina. An ihr wird u.a. die Kommunikation bei Delfinen erforscht. Zum Beispiel wurden Tonaufnahmen gemacht von ihr und ihren Kälbern, um herauszufinden, wann sich ein Delfin-Baby zum ersten Mal mit seiner Mutter unterhält.

Auch zu den Signaturpfiffen der Delfine wurden in Duisburg viele Studien betrieben.

Berührungen sind eine Art der Delfin-Kommunikation
(Foto: Rüdiger Hengl)

Verhalten von Freiland- und Delfinariums-Tieren ist gleich

Die international anerkannte Delfin-Expertin Dr. Kathleen Dudzinski war ebenfalls in Duisburg zu Besuch. Sie hat in vergleichenden Studien herausgefunden, dass sich das Verhalten von wild lebenden und Delfinariums-Tieren nicht unterscheidet. (Siehe hierzu auch MEERESAKROBATEN-Beitrag In der Delfin-Schule.)

In Delfinarien wird auch erforscht, wie Netze beschaffen sein müssen, damit Delfine nicht in sie hineinschwimmen und dort ersticken.

Loro Parque auf Teneriffa

Wolfgang Rades erklärt im Video-Beitrag von Zoos-Media, dass zehn Prozent der Eintrittsgelder des Loro Parques auf Teneriffa in die Forschungsarbeit der Loro-Parque-Stiftung einfließen.

Zu den Studien gehört u.a. die Erfassung der Todesursachen von gestrandeten Delfinen oder die Untersuchung von Giften, die im Fett oder der Leber von toten Delfinen gefunden werden. Diese zeigen, was wir mit dem Meer anrichten. Denn die Meeressäuger sind als Endverbraucher in der Nahrungskette Bio-Indikatoren für unsere Umwelt.

Im Loro Parque sind seit seiner Gründung im Jahr 1994 210 Studien erstellt worden, die u.a. den Freiland-Delfinen zugute kommen. Davon gibt es allein 29 Veröffentlichungen über die Biologie der Orcas.

Wissenswertes über Delfinarien

Ich finde es gut, dass Mitarbeiter bzw. Leiter von Zoos über die Arbeit in diesen Einrichtungen aufklären. Ihre Informationen tragen hoffentlich dazu bei, dass verklärte Tierrechtler von ihrem Lügengespinst rund um Delfinarien abkommen.

Auch die Video-Beiträge über den Flussdelfin im Duisburger Zoo sowie über die Haltung der Delfine in Zoos sind sehr zu empfehlen.

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