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Delfin-Beifang wird minimiert


Die mexikanische Thunfisch-Fischerei hatte in der Vergangenheit immens hohe Beifangzahlen zu verzeichnen. Allein 1989 kamen offenbar 132.000 Delfine in den Netzen ums Leben.

Netz aus Plastik
(Foto: Susanne Gugeler)

Delfinschutzprogramm

Nach und nach wurde die mexikanische Fischerei umgestellt und hält sich nun an ein strenges internationales Delfinschutzprogramm (Agreement on the International Dolphin Conservation Program/AIDCP).

Zum Delfinschutzprogramm gehören – laut eco-world.de – u.a. spezielle Sicherheitsnetze sowie Taucher, die Delfine befreien, welche in die Netze geraten sind.

Wie eco-world.de weiter berichtet, konnte die Anzahl der tödlichen Delfin-Beifänge um mehr als 99 Prozent gesenkt werden. Bei 95,5 Prozent aller Fangfahrten wird heute nicht ein einziger Delfin getötet oder schwer verletzt.

Jede Fangfahrt wird vom AIDCP-Beobachterprogramm begleitet. Dabei wird die Einhaltung von Schutzmaßnahmen überwacht und dokumentiert.

Delfine mit Thunfischen vergesellschaftet

Im mexikanischen Ostpazifik schwimmen Gelbflossenthunfische und Delfine im Verband. Sichtbar sind zunächst die Delfine, die an der Wasseroberfläche schwimmen. Etwa 150 Meter darunter bewegen sich die Fische fort.

Der Delfin-Beifang kann wegen dieser Vergesellschaftung zweier Tierarten nicht auf Null dezimiert werden. Doch inzwischen ist die Anzahl der tödlichen Delfinbeifänge in der mexikanischen Fischerei weit unter die international festgelegten Grenzwerten gedrückt worden.

Fischerei erfüllt MSC-Standards

Wie man weiter auf eco-world.de lesen kann, sind Gutachter und Schiedsrichter zu dem Ergebnis gekommen, dass die Fischerei die strengen Kriterien des MSC-Umweltstandards erfüllt und nachhaltig arbeitet.

Sie darf daher das blaue MSC-Siegel tragen. „Nachhaltig nach MSC-Standard bedeutet, dass Fischbestände nur so stark befischt werden, dass sie eine reproduktionsfähige Größe behalten. Nachhaltig bedeutet auch, dass unbeabsichtigter Beifang – egal ob Delfine, Schildkröten, Haie oder andere Fischarten jenseits der Zielfischart – weitestgehend vermieden wird, dass der Lebensraum Meer nicht irreversibel geschädigt wird und dass die zertifizierte Fischerei über ein effektives Fischereimanagement verfügt.“
(Weitere Informationen und Quelle: eco-world.de)

Die Delfinschutzgesellschaft GRD aus München kritisiert das MSC-Programm und ist der Meinung, dass MSC mexikanische Fischer fördert, die Delfine jagen und töten.

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für eure Kommentare, Norbert und Oliver!
    Ich sehe das ähnlich wie ihr. Und was für mich zählt, ist, dass es in Mexiko offenbar ein Umdenken gegeben hat, was den Beifang betrifft. Dass noch nicht alles optimal abläuft, kann man nicht erwarten, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

    geschrieben von Susanne
  2. Ich fürchte, dass diese Diskussion die Verbraucher mehr verunsichert, wenn sich nicht mal diejenigen einig sind, die sich mit den Fangmethoden und den Labels auskennen. Ich schätze, dass 98% der Leute nicht die Kriterien und die Unterschiede zwischen dem MSC-Siegel, dem SAFE-Zeichen und „Friend of the Sea“ kennen – und ich zähle mich da durchaus auch dazu.
    Ich denke, es ist schon sehr viel gewonnen, wenn man den Durchschnittskonsumenten so weit sensibilisiert bekommt, dass er beim Fischkauf darauf schaut, ob eines der genannten Zeichen auf der Verpackung ist.

    geschrieben von Oliver
  3. Woher hat die GRD ihre Zahlen? Ich habe nicht unbedingt den Eindruck, dass hier seriös gearbeitet wird.

    Mir erscheint der „vorher-nachher-„Effekt sehr plausibel und den MSC kenne ich von den EAAM-Symposien als durchaus seriös und ernstzunehmen. Vielleicht ist die neue Fangmethode auch nicht perfekt – aber deshalb mit solch plakativen Unterstellungen zu arbeiten, halte ich für nicht hilfreich – am Wenigsten für die Delfine.

    geschrieben von Norbert

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