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Gefährlicher Gift-Cocktail


In einer Studie, die kürzlich von Loro Parque & Loro Parque Fundación durchgeführt wurde, hat man festgestellt, dass sich durch die starke Verschmutzung der Meere ein Gift-Cocktail anreichert, der das Immunsystem der Orcas angreift.

Orca-Gruppe im Loro Parque
(Foto: Benjamin Schulz)

Blutabnahme im Loro Parque

Um die Schädlichkeit der Umweltgifte zu erforschen, wurde einigen Orcas im Loro Parque (Teneriffa) ein halber Liter Blut entnommen. Diese Prozedur macht den Tieren nichts aus, da sie im sogenannten Medical Training spielerisch auf medizinische Eingriffe vorbereitet werden.

Nachdem das Blut zentrifugiert und so lange bearbeitet wurde, bis nur noch die Immunzellen übrig blieben, wurde das Substrat in flüssigem Stickstoff eingefroren und für ein Experiment in ein Labor gegeben.

Auch kleine Dosierungen schwächen Immunsystem

Den Immunzellen wurde nun eine Mischung aus toxischen Substanzen zugefügt. Die Forscher fanden heraus, dass ein Mix aus vielen toxischen Stoffen das Immunsystem der Tiere mehr angreift als ein einziges Gift alleine. Bereits eine geringe Dosierung des Gift-Cocktails schadet den Tieren.

Für den Gift-Cocktail verwendete man Substanzen, die in der Speckschicht gestrandeter Orcas gefunden worden waren.

Das Immunsystem der Orcas muss ständig Krankheitserreger bekämpfen

Dr. Javier Almunia, Leiter der Umweltabteilung von Loro Parque Fundación, erklärte, dass es zwar schwer zu belegen sei, dass Wale an Meeresverschmutzung sterben. Die letztendlich festgestellte Todesursache sei schließlich immer entweder eine Infektion, ein Tumor oder ein Parasitenbefall. Doch der Experte nimmt an, dass die Kombination toxischer Stoffe im Meer das Leben der Wale verkürzt, weil deren Immunsystem ständig Krankheitserreger bekämpfen muss.

Zusammenhang zwischen Unfruchtbarkeit und Umweltgiften

Dr. Almunia sieht auch eine Verbindung zwischen Umweltgiften und verminderter Fortpflanzungsfähigkeit, da einige der giftigen Substanzen ähnlich aufgebaut sind wie Hormone.

Eine Gruppe schottischer Orcas scheint diese Hypothese zu belegen, da sich die Tiere seit Jahren nicht mehr fortpflanzen. Außerdem ergab die toxikologische Untersuchung eines gestrandeten Orca-Weibchens dieser Gruppe eine enorme Konzentration an schwer abbaubaren organischen Schadstoffe.
(Quellen: Facebook-Eintrag Loro Parque vom 3. Februar 2018, „Gift-Cocktail“ für Wale

Diese Studie zeigt einmal mehr, wie wichtig die Forschung in Delfinarien ist, um etwas über die Gefährdung der Tiere im Freiland herauszufinden und letztendlich zu deren Schutz beizutragen.

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