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Lärm tötet viele Meerestiere


An Land wie im Wasser macht Krach krank. Im Meer sind vor allem sich akustisch orientierende Wesen wie Wale und Delfine, aber auch Fische und wirbellose Tiere von mensch-gemachtem Lärm betroffen.

Container-Schiff
(Foto: Susanne Gugeler)

Druckluftkanonen verursachen ohrenbetäubenden Lärm

Doch die Geräusche von Frachtern und Touristenbooten erschweren die Unterwasser-Kommunikation zunehmend.

Den gewaltigsten Krach verursachen jedoch Druckluftkanonen. Ihre Schallwellen breiten sich weiträumig unter Wasser aus.

Sie werden von Ölbohrfirmen und Geologen eingesetzt, die nach unterirdischen Öl- und Gas-Ressourcen suchen. Die Druckluftkanonen werden alle paar Minuten ausgelöst.

Statt Idylle Krach

Uns erscheint das Meer meist als ruhiger, idyllischer Urlaubsort. Wer sich einmal vom Lärm, der unter Wasser herrscht, einen Eindruck verschaffen möchte, kann verschiedene Krachmacher auf der Website von srf.ch anhören. Wahrscheinlich müsst ihr die Lautstärke drosseln, um bei dem „angebotenen“ Lärm nicht gestresst zu werden.

Viele negative Einflüsse auf die Meerestiere

Die Meerestiere können aber nicht eben mal kurz am Lautregler drehen. Sie sind dem Lärm hilflos ausgesetzt. Bei manchen zerstört er die Hörorgane. Andere pflanzen sich weniger oft fort. Außerdem ist die Nahrungsaufnahme erschwert. Denn Wale und Delfine beispielsweise fangen ihre Beute mittels Echolokation. Und diese wird durch unnatürliche Lärmquellen gestört.

Krill stirbt bei Lärm

Es sind jedoch nicht nur die charismatischen Tiere, die unter dem Lärm leiden. Selbst Zooplankton (Krill) nimmt bei allzu lauten Geräuschen Schaden.

Forscher haben beobachtet, dass nach der Explosion durch eine Druckluftkanone drei- bis viermal so viel totes Zooplankton im Wasser trieb als üblich.

Im Herbst will die UNO neue Richtlinien für die Hochsee beschließen. Das Problem ist also erkannt, aber noch lange nicht gebannt …
(Quelle: Der Lärm in den Ozeanen bedroht die Tiere)

Videotipp

Im Video erklärt der Bioakustiker Professor Vincent Janik, welche Forschungen zum Hörvermögen und zur Lautäußerung man im Delfinarium und in freier Wildbahn durchführt.

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