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Schnäppchen-Fang auf See


Der Delfin-Forscher Bruno Diaz Lopez, den ich 2009 persönlich in seiner Delfin-Forschungsstation auf Sardinien kennengelernt hatte, veröffentlichte jüngst eine Studie über Große Tümmler, die in Küstenregionen leben.

Delfine bedienen sich gerne am gedeckten Tisch

Er hat für bestimmte Regionen herausgefunden, dass Delfine bei der Beutesuche gerne den Weg des geringsten Widerstands gehen. Statt zu jagen, machen sie sich nämlich an den Fischernetzen oder Gehegen der Aquakultur zu schaffen und stibitzen daraus Leckerbissen.

Brunos Erkenntnisse machen einmal mehr deutlich, wie die vom Menschen verursachten Umweltveränderungen das Verhalten der Tiere beeinflussen.

Weniger soziale Interaktionen

Der Meeresbiologe sammelte neun Jahre lang Daten in Küstenregionen. Bei 955 Erhebungen vom Boot aus gab es 1.638 Delfin-Begegnungen.

Die Ergebnisse der Studie zeigten einen deutlichen Aufwärtstrend bei der Dichte der Tümmler in Küstenregionen, in denen Fischer unterwegs waren oder wo Aquakulturen entstanden sind. Aber: Je mehr sich die Delfine an den Netzen gütlich taten, desto größer wurde die Konkurrenz untereinander und je weniger (positive) soziale Interaktion gab es unter den Delfinen.

Dieses Verhalten kann Auswirkungen auf das Ausmaß des Inzuchtgrades haben und somit auf Dauer die genetische Variabilität und die Lebensfähigkeit der Population beeinflussen.
(Quelle: Díaz López, B. 2018. “Hot deals at sea”: responses of a top predator (Bottlenose dolphin, Tursiops truncatus) to human-induced changes in the coastal ecosystem. doi:10.1093/beheco/ary162)

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