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Gen-Verlust hat Vorteil für Wale


Dass Wale von Landsäugetieren abstammen, ist hinreichend bekannt. Als ihr engster heute noch lebender Verwandter gilt das Nilpferd.

Grauwale
(Foto: Roland Edler)

Viele Gene gingen verloren

Eine Genanalyse von Michael Hiller, Genomforscher im Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik Dresden, und seinem Team hat zu Tage gefördert, dass im Lauf der Evolution bei Walen und Delfinen etwa 85 Gene verloren gingen.

Auf Speichelproduktion kann verzichtet werden

So braucht ein Wal zum Beispiel kein Erbgut, das für die Speichelproduktion verantwortlich ist. Im Wasser benötigt man nämlich keine Spucke, um die Nahrung im Mund zu durchfeuchten.

Außerdem spielt der Geruchssinn im Meer kaum eine Rolle.

Auch das Gen, das für die Bildung des Schlafhormons Melatonin zuständig ist, findet man bei den Walen nicht. Die Meeressäuger schlafen nicht so wie andere Säugetiere, sondern immer nur mit einer Gehirnhälfte.

Verluste schützen Wale vor Lungenschäden

Der Hauptautor der Studie – Matthias Huelsmann – erklärt: „Ein Genverlust, den wir entdeckt haben, verbessert wahrscheinlich die Fähigkeit von Walen, eine bestimmte Art von DNA-Schaden zu reparieren. Dieser wird durch den erheblichen Sauerstoffmangel beim Tauchen verursacht. Wird die DNA nicht ordnungsgemäß repariert, kann dies zu Tumoren führen oder andere negative Folgen haben.“

Die Verluste anderer Gene schützen Wale vermutlich vor der Bildung von Blutgerinnseln und vor Lungenschäden beim Tauchen.

Die Dresdner Wissenschaftler glauben, dass 20 Millionen Jahre verstrichen sind, bis aus einer Art Wolf mit Hufen das erste Meeressäugetier entstanden ist, das wir heute Wal nennen.
(Quellen: mdr.de und Max-PLanck-Gesellschaft)

War Wal-Vorfahre ein otterähnliches Tier?

Die kürzlich entdeckten Überreste eines Wal-Vorfahren sind uralt. Sie wurden in einer Gesteinsschicht in Peru (Westküste Südamerikas) gefunden. Die Nachbildungen, die von diesem Tier angefertigt wurden, ähneln einem riesigen Fischotter. Forscher nennen ihn „Peregocetus pacificus“, was so viel bedeutet wie „der reisende Wal, der den Pazifik erreichte“.

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