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Abstand halten – auch bei Delfinen


Abstand halten … Das was zwischen Menschen derzeit ganz gut klappt, wird auf dem Wasser ignoriert.

Beggar wird gefüttert.
(Photo by Sarasota Dolphin Research Program, taken under National Marine Fisheries Service Scientific Research Permit)

Nicht, dass sich dort Bootsfahrer besonders nahe kommen, nein es geht um die Beziehung Mensch – Delfin.

Delfine sind Opportunisten

Immer wieder kann man lesen, dass Touristen oder Fischer wilde Delfine füttern. Da wird dann nicht nur zum Fisch gegriffen, sondern manchmal verschwindet auch ein Würstchen im Schlund des Meeressäugers. Dass derartige Fütterorgien den Delfin krank machen oder sogar zu dessen Tod führen können, wird offenbar in Kauf genommen.

Delfine sind Opportunisten. Sie nehmen das, was gerade da ist. Warum sollten sie sich auch anstrengen zu jagen, wenn ihnen die Happen mundgerecht serviert über die Reling serviert werden?

Das Schicksal von Beggar

Ein Großer Tümmler erhielt wegen dieses Verhaltens in Florida den Namen Beggar (= Bettler). 20 Jahre lang folgte er Booten und ließ sich füttern.

Doch letztendlich überlebte er die Folgen der Mensch-Delfin-Beziehung nicht. In einer 2011 durchgeführten Studie kam ans Licht, dass Beggar mit 520 verschiedenen Lebensmitteln gefüttert wurde – darunter Bier und Würstchen … 2012 wurde der Delfin tot aufgefunden. Bei der Obduktion wurden etliche Magengeschwüre entdeckt.

Auch Jungtiere lernen zu betteln

Das Bettel-Verhalten geben die Delfine an ihre Jungen weiter. Statt zu jagen lernen diese, sich Booten zu nähern und auf einen Happen zu warten. Dadurch sind sie stark gefährdet, von Bootspropellern erfasst zu werden oder mit Schiffen zusammenzustoßen.

Weil manche Menschen die Delfine nicht nur füttern, sondern auch streicheln, sind Mensch und Tier Infektionen (Zoonosen) ausgesetzt. Auch kommt es vor, dass ein Delfin mal herzhaft in eine ihm dargebotene Hand beißt, weil er statt der Streicheleinheit einen Futterfisch erwartet hat.

Fehlverhalten vor allem in Florida und Alabama

Das Fehlverhalten von Mensch und Tier ist vor allem in Florida und Alabama zu beobachten, aber auch aus Kroatien kam eine Meldung, dass jemand wilde Delfine mit Fischen angelockt und sie gefüttert hat.

In den USA sind die Delfine streng geschützt. Werden sie gefüttert oder bedrängt, drohen hohe Strafen.

Auch Delfin-Hasser füttern die Meeressäuger

Nicht nur sogenannte Delfin-Freunde, sondern auch Delfin-Hasser locken die Meeressäuger mit Futter an. Sie haben dann ein leichtes Spiel, die Tiere zu töten. In manchen Regionen werden Delfine immer noch als Nahrungskonkurrenten des Menschen betrachtet, die es gilt zu vernichten.

„Erst im Herbst 2019 hatten wir einen weiblichen Großen Tümmler auf unserem Seziertisch, der in der Nähe von Pula in Istrien erschossen aufgefunden wurde“, bedauert die Veterinärin und Meeressäugerspezialistin Dr. Martina Duras. Es war ein trächtiges Weibchen. (Zitat aus Deutsche Stiftung Meeresschutz)

Man kann also allen wahren Delfin-Freunden nur ans Herz legen:
Abstand halten …
anschauen: ja
füttern, streicheln und jagen: nein.

(Quelle: Deutsche Stiftung Meeresschutz)

Ein Kommentar

  1. Ich stelle mal die Behauptung auf, dass das Quasi-Haustier-Bild, das grade in den unterhaltungslastigen Shows US-amerikanischer Meeresparks in den letzten Jahrzehnten vermittelt wurde, einen nicht unbedeutenden Beitrag zu dieser Fehlentwicklung leistet.

    geschrieben von Dani

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