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Viele gestrandete Schweinswale


Seit 26. August 2021 sind Dutzende von Schweinswalen auf den niederländischen Watteninseln angespült worden.

Viele tote Schweinswale wurden angeschwemmt.
(Foto: Reddingsteam Zeedieren Nederland)

Im Meer treiben noch weitere tote Schweinswale, die in den kommenden Tagen angelandet werden, vermutet die Schweinswalforscherin Lonneke IJsseldijk von der Universität Utrecht. „Es handelt sich um eine Massenstrandung. In den Niederlanden werden zwar täglich Schweinswale an Land gespült, aber es sind jetzt viel mehr als sonst.“

Hauptsächlich erwachsene Tiere

Es handelt sich hauptsächlich um erwachsene Tiere. Das sei besonders besorgniserregend, sagt die Biologin.

Dass Jungtiere oftmals das Erwachsenenalter nicht erreichen, ist naturgegeben. Todfunde von jungen Walen sind daher nicht so außergewöhnlich wie von ausgewachsenen Tieren.

Verschiedene Todesursachen

Bei Strandungen in den letzten Jahren wurden verschiedene Todesursachen diagnostiziert. So stellte sich vor zwei Jahren heraus, dass Robben ein tödliches Bakterium auf ihre Beutetiere übertragen können, darunter auch auf Schweinswale.

Als möglichen Grund für die derzeitige Massenstrandung nannte die Organisation SOS Dolfijn eine Marineübung in der Gegend oder den Bau eines Windparks.

Die ersten Tiere sollen kommende Woche untersucht werden.

„Das haben wir noch nie gesehen.“

Auch der Schweinswalforscher Mardik Leopold von der Universität Wageningen nennt es „ganz besonders“, dass in so kurzer Zeit so viele Schweinswale auf den Watteninseln angespült wurden. „Das haben wir noch nie gesehen.“

Bei der Obduktion der Wale werden verschiedene Schwerpunkte berücksichtigt, sagt Leopold. „In Utrecht untersuchen sie die Todesursache, sie schauen sich den allgemeinen Gesundheitszustand der Tiere an, bevor sie starben. Dann schneiden sie den Magen heraus, und er geht zu uns nach Wageningen. Wir können dann zum Beispiel gezielt auf ihre Ernährung schauen, wenn etwas Ungewohntes im Magen ist.“

Todesursache ist nicht sicher feststellbar

„Auf dem Schneidetisch bekommen wir zwar gute Hinweise auf den Gesundheitszustand der Tiere, aber das bedeutet nicht, dass wir die Todesursache nach einer Obduktion mit Sicherheit feststellen können“, fügt IJsseldijk hinzu. „Angesichts des Verwesungszustands der Tiere können wir sie möglicherweise überhaupt nichts herausfinden. Einiges können wir ausschließen, aber die genaue Ursache bleibt unklar.“

Spitzenjahre 2011 und 2013

Es sei übrigens nicht so, dass immer mehr Schweinswale an der niederländischen Küste angespült würden, betont IJsselijk. „2011 und 2013 waren die Spitzenjahre, danach hat es etwas nachgelassen. Bisher schien dieses Jahr mit etwa 300 angespülten Schweinswalen ziemlich ruhig zu sein, aber das könnte sich jetzt ändern.“
(Quellen: nos.nl und Reddingsteam Zeedieren Nederland)

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Dutzende tote Wale auf niederländischen Inseln angespült

Ein Kommentar

  1. Wenn ich „SOS Dolfijn“ höre, steigt gleich mein Adrenalinspiegel an. Die Organisation hat vor mehr als 10 Jahren die Kooperation mit Haderwijk eingestellt (politisch nicht opportun), brüstet sich aber immer noch damit, wie viele Delfine sie in den letzten 20 Jahren gerettet haben.

    Dabei tötet diese Organisation seit über 10 Jahren jeden gestrandeten Delfin, der nicht sofort ins Meer zurück kann. Unabhängig davon, ob er in tiermedizinischer Behandlung eine Überlebenschance hätte.

    geschrieben von Norbert

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