Am 11. Juli 2026 wurde im Hamburger Ernst Deutsch Theater das Stück „Timmy – Die Hope stirbt zuletzt“ aufgeführt.
Natürlich stand dabei der berühmte Buckelwal Timmy (Hope) im Fokus, der in einer aufwendigen Aktion gerettet werden sollte, dann aber doch starb.
Viele Facetten der Strandung werden angesprochen
Die Geschichte des an der Ostseeküste gestrandeten Buckelwals wurde von einem Team um den Regisseur Alexander Klessinger und vom TV- und Theater-Schauspieler Enrique Fiß („Großstadtrevier“) künstlerisch aufgearbeitet.
Sowohl die Empathie unzähliger Menschen als auch die Selbstdarstellung von Aktivisten wurden zum Thema gemacht.
Außerdem kam die Instrumentalisierung des Schicksals von Timmy aus der esoterischen sowie aus der rechten und nationalen Ecke zur Sprache.
Vorstellung in drei Teilen
Nach der Vorführung des Theaterstücks „Passion Timmy“ diskutierten die Tierärztin Kirsten Tönnies (die beim Abtransport des Wals dabei war) mit den Tierschutzaktivisten Anna Schubert und Hendrik Haßel. Zum Schluss gab die Berliner Band Tulpe ein Konzert. Sie wurde mit dem provokanten Song „Sprengt den Wal“ im Internet sehr bekannt.
Überspitzte Passionsgeschichte
Im Theaterstück wurde das Drama um Timmy als überspitzte Passionsgeschichte aufgegriffen. Das war nicht einfach sagt Enrique Fiß, da das Team dadurch auch mit religiösen Grenzen spielte.
Am Ende hassen sich alle
Die Wut in den sozialen Medien zwischen Menschen, die den Wal sterben lassen und jenen, die ihn retten wollten, wurde aufgezeigt. „Am Ende hassen sich alle gegenseitig, dabei war es das Ziel, etwas Positives zu bewirken“, erklärt der Schauspieler.
Gefährliche und komische Momente
Auch das ist Fiß aufgefallen: Von Influencern und Podcastern wurde der Verfall des deutschen Staates anhand des sterbenden Wales begründet. Er nennt das einen sehr gefährlichen Moment.
Als komischen Moment stuft er dagegen die Aussage eines Spitzenpolitikers ein, der Wal sei ihm im Traum begegnet.
Auch über die Aussage eines Gründers von Mediamarkt, dass wir vielleicht zu kapitalistisch geworden sind, ist er verwundert.
Theater um die Bezahlung der Rettungsaktion
Nicht nur im Hamburger Theater wurde Timmy gedacht. Inzwischen sind sich die Hauptgeldgeber der Befreiungsaktion in die Haare geraten. Die Pferdegestütsbesitzerin Karin Walter-Mommert wirft dem Mediamarkt-Gründer Walter Gunz vor, seinen Teil der Rechnung nicht vollständig bezahlt zu haben. Es geht offenbar um eine halbe Million Euro, die noch nicht beglichen wurde.
Insgesamt soll die private Rettungsaktion etwa zwei Millionen Euro gekostet haben.
(Quellen: welt.de und stern.de)

