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Die Sänger der Meere stehen auf der Abschussliste


Zwar soll das 1986 von der Internationalen Walfangkommission (IWC) beschlossene Walfangverbot weiterhin bestehen bleiben – so das Ergebnis der gerade zu Ende gegangenen 62. Jahrestagung in Agadir -, doch Island, Norwegen und Japan wird das wenig kümmern. Dort werden weiterhin 1.000 bis 2.000 Wale pro Jahr getötet werden. So haben pünktlich zu Beginn der IWC-Konferenz denn auch japanische Walfänger ihre Heimathäfen verlassen, um im Nordpazifik ihrem Geschäft nachzugehen.


Buckelwal beim Jagen (Foto: Frank Blache)

Buckelwale dürfen wieder getötet werden

Vom Walfangverbot (offiziell) ausgeschlossen sind lediglich indigene Völker, denen die Meeressäuger als Nahrungsgrundlage dienen. Dazu gehören zum Beispiel die Grönländer. Bislang wurde den Ureinwohnern Grönlands der Fang von 178 Zwergwalen, 19 Finnwalen und 2 Grönlandwalen zugestanden. Die Inselbewohner dürfen in Zukunft zusätzlich 9 Buckelwale pro Jahr erlegen. Ein entsprechender Antrag wurde gestern von der IWC gebilligt.

Engel und Sänger der Meere

Buckelwale, die auch Engel (wegen der langen, flügelähnlichen Brustflossen) oder Sänger der Meere (sie haben ein sehr umfangreiches Lautrepertoire) genannt werden, standen lange Zeit auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Mittlerweile soll sich ihr Bestand erholt haben, sodass sie in die Kategorie „least concern“ (geringste Bedrohung) gestuft worden sind. (Quelle: stern.de) Man schätzt, dass es weltweit zwischen 10.000 und 30.000 Buckelwale gibt. Buckelwale sind übrigens wegen ihrer akrobatischen Einlagen bei Whale-Watchern sehr beliebt.

Trotz Verbots Tausende von getöteten Walen

Seit 1986 – also dem Beginn des Walfang-Moratoriums – wurden mindestens 34.000 Wale getötet – vor allem von Walfangländern wie Island, Norwegen und Japan. Das Moratorium lässt einfach zu viele Schlupflöcher, die einen Missbrauch ermöglichen (so zum Beispiel den sogenannten „wissenschaftlichen Walfang“, auf den sich Japan beruft).

42 gegen 46

Zu einem Fortschritt, was den Schutz der Wale angeht, kam man auch während der diesjährigen IWC-Versammlung nicht. 42 Walfangbefürwortern standen 46 Walfanggegner gegenüber. Die Fronten sind unüberwindbar. Dabei werden die Bedrohungen, die für Wale nicht durch den direkten Beschuss ausgehen, viel zu wenig berücksichtigt. Eine Unzahl von Meeressäugern stirbt Jahr für Jahr an menschengemachten Einflüssen wie Industrienetzen, Unterwasserlärm, Umweltverschmutzung und Einengung der Lebensräume.

Lesetipp: „Eine Fahrt in die Welt der Wale“

Ein Kommentar

  1. Selbst unter den Naturschutzorganisationen scheint man sich in keinster Weise einig zu sein, auf welche Weise man einen besseren Schutz für die Wale bewirken kann. Die einen plädieren für Kompromisse mit den Walfänger, die anderen sind für eine konsequente Fortführung des Moratoriums. Wer hier richtig, liegt, scheint nicht nur eine Frage an das eigene Gewissen zu sein sondern auch, wieviel Vertrauen man in die Aussagen anderer Länder hat, die einen von hinten bis vorne betrügen. Diese Uneinigkeit bei den NGOs stärkt nicht gerade die Position der Walschützer. Das ist sehr schade. Wenn nicht einmal bei Organisationen, die alle das gleiche Ziel, Einigkeit herrscht, wie wollen wir dann Walfangländer überzeugen?

    geschrieben von Doris

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