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Delfine haben Elektrosinn


Dass Delfine sehen, hören, schmecken und tasten können, ist bekannt. Auch dass sie über einen weiteren Sinn – die Echolokation – verfügen, hat sich herumgesprochen (siehe dazu auch unter Anatomie). Doch Wissenschaftler aus Deutschland und den USA gaben nun eine Studie bekannt, die für einiges Aufsehen gesorgt hat. Sie haben bei Delfinen einen Elektrosinn festgestellt, den man bisher nur von Amphibien und Fischen sowie von Ameisenigeln und Schnabeltieren kannte.

Der Sotalia Paco lebte im Delfinarium in Münster (Foto: Verena Pecsy)

So wie sich Katzen und Seehunde über ihre Tasthaare in der Dunkelheit orientieren, gelingt das den Delfinen mit dem Elektrosinn. Lokalisiert wurde dieser Sinn tatsächlich auch an der Schnauze eines Delfins – eben dort, wo bei anderen Säugetieren die Tasthaare sitzen. Auch wenn Delfine und Wale keine Tasthaare (mehr) haben, so befinden sich an der Schnauze sogenannte Vibrissengruben, die bisher als funktionsloses Überbleibsel aus uralten Vorzeiten galten. Doch genau über diese Vibrissengruben empfängt der Delfin elektrische Felder anderer Tiere. Bis zu 300 Nervenenden bzw. Elektrorezeptoren enthält jede Grube. Wurde die Schnauze des Versuchsdelfins wasserdicht abgedeckt, so konnte er auch keine elektrischen Wellen mehr empfangen.

Der Wissenschaftler Wolf Hanke vom Lehrstuhl für sensorische und kognitive Ökologie der Universität Rostock vermutet, dass der Elektrosinn beim Aufspüren von Beute eingesetzt wird. Vor allem für Beutetiere, die sich am Meeresgrund unter Sand versteckt halten. Ihre elektrischen Wellen kann der Delfin empfangen, wenn er sich dem Versteck nähert.

Mehr zu Wolf Hankes Forschungsergebnissen unter welt.online und NewScientist.

Übrigens: Die Studie wurde mit dem 2009 im Alter von 40 Jahren verstorbenen Sotalia-Delfin Paco aus dem Delfinarium in Münster durchgeführt.

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