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Besserer Schutz für Wale


Wale und Delfine sollen besser vor Unterwasserlärm geschützt werden. Beschlossen wurde diese Schutzmaßnahme auf der 10. Vertragsstaatenkonferenz der „Bonner Konvention zum Schutz wandernder wildlebender Tierarten“, die gestern in Bergen/Norwegen zu Ende ging.

Schnabelwale (Jörg Mazur)

Hierzu aus der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit folgendes Zitat:
„Von deutscher Seite wurde in Bergen ein Resolutionsvorschlag zum Schutz von Walen und Delfinen vor Unterwasserlärm über die Europäische Union in die Konferenz eingebracht und von der Konferenz angenommen. In der Nordsee aber auch in anderen Meeren entsteht Lärm u.a. durch das Rammen von Fundamenten für Windkraftanlagen in den Meeresboden sowie durch Schiffsverkehr. Das Hörvermögen der Wale und Delfine wird hierbei gefährdet. Der deutsche EU-Vorschlag, der der Weltgemeinschaft den Einsatz lärmmindernder Techniken empfiehlt, erhielt von allen Seiten Zustimmung.“

„Eingeladen hatte die unter dem Dach der Vereinten Nationen tätige „Bonner Konvention“ mit Sekretariats-Sitz im Bonner UN-Gebäude. Dieses Artenschutz-Übereinkommen schützt Tiere, die regelmäßig zwischen Fortpflanzungs – und Nahrungsgebieten bedeutende Strecken zurücklegen und dabei Staatsgrenzen überqueren z. B. wandernde Wale und Haie, Störche und Kraniche, Meeresschildkröten oder Störe.“

Mehr zu den Ergebnissen der Konferenz unter BMU.

Schnabelwale

Besonders beeinträchtigt von Unterwasserlärm sind Schnabelwale. Sie sind Tiefseetaucher und ein zu schnelles Aufsteigen an die Oberfläche (durch Lärmschock) bedeutet ihren Tod. Die MEERESAKROBATEN sind gerade dabei, mithilfe des Künstlers Jörg Mazur eine Systematik der Schnabelwale auf die Füße (bzw. Flossen) zu stellen. Demnächst wirst du hier also neben der Systematik der Delfine auch 20 verschiedene Schnabelwalarten bewundern können …

2 Kommentare

  1. Als Ingenieur wundere ich mich ohnehin, dass es bis heute kaum Schiffe gibt, die strömungsoptimierte (und damit hoch effiziente und entsprechend leise) Antriebe nutzen.

    Wie es geht, zeigt die militärische U-Boot-Technik, die praktisch keine Geräusche mehr verursacht und (bei gleicher Geschwindigkeit) mit einem Bruchteil der Antriebsleistung auskommen.

    Aber offenbar ist in den Konstruktionsabteilungen (für Frachtschiffe meist nicht in Deutschland) noch nicht angekommen, dass man mit ausgefuchsten Geometrien nicht nur sehr viel leiser wird (Krach kostet Energie!), sondern auch noch ein Menge Treibstoff (und damit Kosten) sparen kann. Lieber baut man weiterhin kleine, schnell laufende Propeller, deren miserabler Wirkungsgrad in wenigen Monaten mehr Kosten verursacht, als die neue Technik mehr kosten würde.

    Dass es auch im Zivilen anders geht, haben ausgerechnet moderne Rührwerke für Biogasanlagen(!) gezeigt, wo die Firma KSB mit neuen, langsam laufenden Rührwerkspropellern nicht nur die Durchmischung verbessert, sondern auch bis zu 50% weniger Strom für den Antrieb benötigt.

    Aber leider gilt auch in der Konstruktion: "Das haben wir schon immer so gemacht!" – "Und wenn das was wäre, hätte es die Konkurrenz schon lange." Und das umso mehr, je größer das Projekt ist!

    geschrieben von Norbert
  2. Wir wollen die Lärmverursacher zum Handeln bewegen und haben "Silent Oceans", die weltweite Kampagne gegen Unterwasserlärm, lanciert. Dafür brauchen wir die Unterstützung von so vielen Menschen wie möglich. Bitte machen Sie mit auf http://www.silentoceans.org. Vielen Dank!

    geschrieben von Barrera

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