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Mehr Fische, weniger Delfine


Dr. Carl Safina vom Blue Ocean Institute, eine Umweltorganisation mit Sitz in East Norwich, New York, befasste sich mit den Folgeschäden der Deepwater-Horizon-Umweltkatastrophe und schrieb ein Buch darüber. Der Titel lautet: „A Sea in Flames: The Deepwater Horizon Oil Blowout“.

Hüpfender Großer Tümmler im Golf von Kalifornien (Foto: Frank Blache)

Mehr überlebende Meerestiere

Laut Safina haben weit mehr Meerestiere das Unglück im Golf von Mexiko von 2010 überstanden als 1989 bei dem Exxon-Valdez-Untlück vor Alaska. So gab es nur wenige ölverseuchte Fische, Krabben und Garnelen. Viele Austern verendeten nicht wegen des ausgelaufenen Öls, sondern wegen des Süßwassers, das zur Schadensreduzierung eingesetzt wurde. Mit dem Süßwasser sollte das Öl von den Stränden ferngehalten werden. Das ist Safinas Meinung nach nicht gelungen, dafür hat diese Maßnahme unzähligen Austern das Leben gekostet.

Höhere Geburtenrate als vor dem Unglück

Andererseits überlebten Millionen von Meerestieren wegen des verordneten Fischereistopps. Wenn man die Zahl der durch die Ölverseuchung gestorbenen Tiere mit denen aufrechnet, die während der fischereifreien Zeit geboren wurden, so überwiegt die letzte Zahl, sagt der Forscher. Der Fischbestand im Golf von Mexiko hat sich seit der Ölkatastrophe beträchtlich erhöht. Aber ob die Ölpest die Reproduktionsfähigkeit der Meerestiere auf lange Sicht hin eventuell doch geschmälert hat, wird man erst nach Jahren feststellen können.

Viele tote Baby-Delfine

Dagegen gab es Hunderte von jungen und neugeborenen Delfinen, die nach dem Stopp des Ölflusses tot angeschwemmt wurden. Safina vermutet, dass die Delfinmütter Lösungsmittel eingeatmet oder Öl direkt geschluckt haben. Und diese Giftstoffe haben die embryonale Entwicklung stark beeinträchtigt.

Mehr über die Öl-Katastrophe vom April 2010 und die Folgeschäden erfährst du unter Folgeschäden nicht absehbar.

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