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Mit den Delfinen sprechen …


… das wollte vor Jahren schon der Neurologe John C. Lilly. In Versuchen mit Delfinariums-Delfinen und im Meer gefangenen Tieren fand er in den 1950er/1960er-Jahren heraus, dass die Delfine hochintelligent sind und die menschliche Sprache imitieren können.

Großer Tümmler im Marineland/Frankreich (Foto: Rüdiger Hengl)

Er nahm das Geschnatter der Großen Tümmler mit einem Mikrofon auf und glaubte beim langsamen Abspielen der Bänder Satzfragmente wie „This is a trick“ herauszuhören. Die Tiere hatten offenbar seine Sprache nachgeahmt. (Siehe dazu auch den Spiegel-Artikel Rausch der Tiefe.)

Als Lilly einem Delfin namens Peter die Laute seiner Artgenossen vom Band vorspielte, lauschte dieser den Tönen und versuchte, mit dem Tonbandgerät zu kommunizieren. Doch bald merkte Peter, dass der Apparat nur Laute abspielte, jedoch nicht auf seine eigenen Äußerungen reagierte. Der Tümmler brach daraufhin gelangweilt die einseitige „Kommunikation“ ab.

Doch nun zur Gegenwart:

Mit den Delfinen sprechen

Es ist bekannt, dass Delfine ein großes Kommunikationsrepertoire haben. Sie erzeugen die unterschiedlichsten Laute wie Zwitschern, Pfeifen, Schnattern, Klicken, Brummen und andere Geräusche mehr. Was wir nicht wissen, ist, was die Laute bedeuten.

Yuka Mishima und seine Kollegen von der Tokyo University of Marine Science and Technology haben nun eine Technologie entwickelt, die es ermöglicht, die Meeressäuger nicht nur besser akustisch zu verstehen, sondern eventuell auch mit ihnen zu kommunizieren.

Anders als Lilly wollen sie dabei nicht, dass die Delfine die menschliche Sprache nachahmen, sondern dass wir ihre Sprache imitieren, um irgendwann einmal über Laute mit ihnen in Kontakt zu treten.

Delfin-Lautsprecher

Es wurden in den vergangenen Jahren jede Menge Geräusche aufgenommen, die von Delfinen stammen. Doch in nur wenigen Studien konnten die Klänge in für Menschen verständlicher Form wiedergegeben werden. Das liegt daran, dass die Meeressäuger in ganz anderen Frequenzen kommunizieren als wir. Im oberen Bereich liegen ihre Laute bei über 150 Kilohertz (als Vergleich: ein 35-jähriger Mensch nimmt Laute bis ungefähr 15 Kilohertz war). Die Meeressäuger können zudem auch Geräusche in verschiedenen Frequenzen gleichzeitig produzieren. Bei dieser Vielfalt an Lauten war so manch ein Lautsprecher bei der Wiedergabe überfordert.

Die Forscher von Tokio entwickelten nun einen „Delfin-Lautsprecher“, der die ganze Bandbreite verschiedener Frequenzen wiedergeben kann. Bis jetzt handelt es sich bei dem Lautsprecher um einen Prototyp. Mit seiner Hilfe wollen die Wissenschaftler testen, was passiert, wenn sie eine Sequenz der aufgenommenen Laute Delfinen vorspielen. Mit diesen Experimenten wollen die Forscher einen besseren Einblick bzw. ein besseres „Einlauschen“ in die Delfin-Sprache gewinnen und in (weiter) Zukunft vielleicht einmal – wie bereits weiter oben erwähnt – mit den Tieren kommunizieren.
(Quelle: Wave-Powered „Dolphin Speaker“ Could Let Us Talk to Dolphins)

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